Was ist beim Oldtimer-Kauf zu beachten? Klassik-Experten vom TÜV geben Tipps

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Fahrzeugtechnik, Klang und Optik vergangener
Jahrzehnte begeistern immer mehr Oldtimer-Liebhaber. Der Markt rund
um historische Fahrzeuge boomt. Die Zahl der Oldtimer (Pkw) ist laut
Kraftfahrtbundesamt dieses Jahr mit 493.659 auf fast eine halbe
Million angestiegen (2014: 451.000). Worauf sollte man beim Kauf
eines historischen Fahrzeuges achten? Die TÜV-Klassik-Experten des
Verbandes der TÜV e.V. (VdTÜV) geben Tipps. Informationen rund um
Oldtimer haben die TÜV auf der Website
http://www.vdtuev.de/klassik-kompetenz zusammengetragen.

Vorbereitung vor der Besichtigung

Zunächst ist zu überlegen, für welchen Zweck ein Oldtimer gekauft
wird: Für die ganze Familie? Als Freizeitauto? Als Objekt zum
Restaurieren? Ist dies entschieden, sollte auch über die
Unterstellmöglichkeit nachgedacht werden, um den Zustand und Wert des
Oldtimers langfristig erhalten zu können. Am besten geeignet ist ein
klimatisierter, gut durchlüfteter trockener Raum, um
Kondenswasserbildung in Hohlräumen zu vermeiden, die zur Korrosion
führen kann.

Im nächsten Schritt sollten Informationen über die Schwachstellen
des Favoriten, z.B. aus Fachmagazinen, eingeholt werden. Wer bei
anfallenden Reparaturen an seinem Klassiker auf die Hilfe einer
Werkstatt angewiesen ist, sollte vorab auch wissen, wie weit der
nächste Fachbetrieb vom Wohnort entfernt ist. Für die Reparatur
hochwertiger Oldtimer ist nicht jede Werkstatt mit dem nötigen
Fachwissen und Spezialwerkzeug ausgestattet. Auch über die
Ersatzteilsituation sollten Informationen vorliegen. Die
TÜV-Prüfstellen bieten bundesweit Beratungen an.

Besichtigung mit Fachmann

Ist das Wunschauto gefunden, sollte der Zustand des Fahrzeuges bei
einem Besichtigungstermin überprüft werden. Hilfreich ist es, einen
Oldtimer-Fachmann mitzunehmen, im Idealfall einen Sachverständigen
vom TÜV. Das gesamte Fahrzeug ist auf Rost, mögliche Schwachstellen
und Unfallschäden zu untersuchen. Am besten das Fahrzeug auch auf
einer Hebebühne begutachten lassen und den Zustand des Motors prüfen.
Der Motor und das Getriebe dürfen keine Ölspuren und Rost aufweisen.
Schläuche und Keilriemen sollten ohne Risse sein. Die Bremsanlage ist
auf Flüssigkeitsverlust zu untersuchen. Das Fahrwerk muss inklusive
Lager, Federn und Dämpfer intakt sein. Auch der Fahrzeuginnenraum ist
zu betrachten: Wie ist der Zustand der Sitze, Gurte und Türgummis?
Bei einer Probefahrt ist auf untypische Motorgeräusche sowie das
Kupplungs-, Getriebe- und Bremsverhalten zu achten.

Auch die Fahrzeugunterlagen sollten vollständig vorliegen. Dazu
gehören Rechnungen über Wartung, Reparaturen oder Restaurierung,
wobei letztere möglichst durch Fotos zusätzlich dokumentiert sein
sollte. Sie belegen den Wahrheitsgehalt der vorgelegten
Fahrzeughistorie.

Oldtimer-Gutachten

Bei der Besichtigung ist darauf zu achten, dass sich das Fahrzeug
weitestgehend im Originalzustand befindet. Dies ist ausschlaggebend
für die spätere Nutzung eines H-Kennzeichens. Sinnvoll ist, wenn der
Verkäufer bereits über ein Oldtimer-Gutachten verfügt, auf dessen
Grundlage ein H-Kennzeichen vergeben wird. Das Gutachten weist ein
mindestens 30 Jahre altes Fahrzeug in einem relativ unverbauten
Zustand mit nur leichten Gebrauchsspuren als
„kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ aus. Es dürfen keine erkennbaren
technischen Mängel unter Berücksichtigung des damaligen Standes der
Technik vorliegen und keine wesentlichen Teile fehlen. Die meisten
Oldtimer auf dem Markt haben bereits die H-Zulassung.

Wertgutachten

Wer sicher gehen will, lässt sich vor dem Kauf von einer
unabhängigen Prüforganisation wie dem TÜV ein Wertgutachten
erstellen. Das Gutachten ist eine Hilfestellung für die Beurteilung
des Zustandes und hilft, frühzeitig Mängel aufzufinden, die eventuell
später aufwendig restauriert werden müssen und den Marktwert des
Klassikers übersteigen können. Die Investition in ein Wertgutachten
lohnt sich, denn der Gutachter gibt auch eine Preiseinschätzung ab.
Einen groben Anhaltspunkt für den Zustand historischer Fahrzeuge
bieten Noten von eins wie „sehr gut“ bis fünf für „mangelhaft“. Ein
Klassiker in gutem Zustand ist ein technisch mängelfreies Auto, das
leichte Gebrauchsspuren hat. Originale Fahrzeuge werden höher
gehandelt und eine nachvollziehbare Historie ist wertsteigernd.

Zulassung und Versicherung

Wird das Fahrzeug für den Straßenverkehr genutzt oder nur
saisonal? Dies entscheidet über die Zulassungsart. Deutsche
Fahrzeugpapiere vereinfachen erheblich die Zulassung. Ausländische
Oldtimer werden nicht per se auch in Deutschland als historisch
eingestuft. Das H-Kennzeichen ist die einfachste Betriebsform für
einen Oldtimer. Bei jüngeren Fahrzeugen bietet sich ein
Saison-Kennzeichen an, während der Ruhezeit fallen keine Gebühren für
Versicherung und Steuer an. Der Klassiker muss bei allen
Zulassungsarten versichert sein. Versicherungen bieten für Oldtimer
günstige Tarife. Dazu verlangen sie meist ein Wertgutachten, das bei
den TÜV-Experten zu bekommen ist. Ohne ausreichenden
Versicherungsschutz darf das Fahrzeug nicht am Straßenverkehr
teilnehmen.

Website Klassik-Kompetenz der TÜV

Mit der Plattform http://www.vdtuev.de/klassik-kompetenz bieten
die Oldtimer-Experten vom TÜV NORD, TÜV Rheinland, TÜV SÜD , TÜV
Hessen und TÜV Thüringen Klassikfahrzeugbesitzern und jenen, die es
werden wollen, Informationen rund um die Themen Hauptuntersuchung,
An- und Umbauten, H-Kennzeichen, Oldtimerbewertung und
TÜV-Datenblattservice an. Letzterer bietet Hilfestellung bei der
Begutachtung eines importierten Fahrzeuges. Die Datenblatt-Stellen
der TÜV haben die technischen Daten nahezu aller Fahrzeuge gesammelt
und archiviert. Die Datenbank erleichtert den TÜV-Sachverständigen
historische Automobile zu identifizieren und ermöglicht schnelle
Auskunft bei Fragen zum Kauf, Umbau oder Begut-achtung von Oldtimern.
Auch bundesweite TÜV-Ansprechpartner werden bei zusätzlichem
Informations-bedarf benannt.

Pressekontakt:
Geraldine Salborn
VdTÜV Verband der TÜV e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T.: +49 30 760095-580
geraldine.salborn@vdtuev.de
www.vdtuev.de
twitter.com/vdtuev_news

Beitrag von auf 3. August 2015. Abgelegt unter Freizeit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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