Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Hackerangriffe auf Autos

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Es ist wie in allen Bereichen, in denen die
Digitalisierung fortschreitet. Die Sicherheit der Daten ist in
Gefahr. Die Hackerszene hat in den vergangenen Jahren immer wieder
unter Beweis gestellt, was machbar ist. Und das selbst bei Systemen,
die – wie das Pentagon in den USA – als hermetisch abgeschottet
galten.

Angriffe auf Computer und Smartphones von vermutlich unbedarft mit
den Sicherheitsanforderungen umgehenden Hollywood-Stars sorgen fast
wöchentlich für Schlagzeilen. Und auch der millionenfache Diebstahl
von Passwörtern aus den Servern der großen Internetkonzerne ist alles
andere als beruhigend für die Nutzer.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass aufgrund
der zunehmenden Digitalisierung der Fahrzeuge auch in diesen
Bereichen Hacker möglicherweise ihr Können unter Beweis stellen
wollen. Solange sie das nur tun, um der Autoindustrie Fehler
aufzuzeigen und für Verbesserungen der Sicherheitssysteme zu sorgen,
ist das auf eine Weise sogar begrüßenswert.

So gelang es Forschern der Universitäten San Diego und Washington,
mit manipulierten Musikdateien in die Computersysteme von General
Motors sowie Ford und damit auch in deren Fahrzeuge einzudringen.
Auch konnten sie eine Schadsoftware im Auto platzieren – über die
Service-Schnittstelle in den Werkstätten. Auf Autos spezialisierte
Hacker haben gezeigt, dass Bremsen im Wagen über ein Notebook
wahlweise außer Betrieb und auch wieder in Gang gesetzt werden
können.

Nein, Panik ist deshalb nicht automatisch angesagt. Noch erscheint
der technische Einsatz zu aufwändig und das notwendige Fachwissen zu
groß, um Attacken im größeren Stil zu befürchten. Doch die
Autoindustrie muss verstärkt darauf achten, die höchsten
Sicherheitsstandards anzuwenden. Die Vernetzungsrate von den Autos zu
den Werkstätten schreitet mehr und mehr voran. Das aktuelle Beispiel
BMW zeigt das überdeutlich.

Dass der ADAC eine Sicherheitslücke im Steuergerät entdeckt hat,
über die Hacker die Türen hätten online öffnen können, ist die eine
Seite. Dass aber der Hersteller das Manko online und ohne das Wissen
der Kunden behoben hat, stimmt mindestens ebenso nachdenklich. Wenn
die Hersteller diesen Zugriff haben, was können sie dann noch
abrufen? Und was passiert, wenn die Schnittstelle in den Werkstätten
gehackt wird?

Zugriffe mit bösartiger Absicht auf die derzeit eingesetzten
Assistenzsysteme blieben vermutlich überwiegend noch ohne
weitreichenden Folgen. Dafür sind sind die Fahrzeuglenker noch zu
sehr in der Verantwortung. Doch hinsichtlich der immer lauter
werdenden Diskussion um komplett autonom fahrende Autos, die dann
auch noch untereinander kommunizieren, mag man sich ein solches
Szenario nicht vorstellen. Kriminelle könnten dann ein
unvorstellbares Chaos auslösen – rein theoretisch.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Beitrag von auf 30. Januar 2015. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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