Westfalen-Blatt: ein Kommentar zu Talkshows

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Demokraten, die den meinungsbildenden Diskurs
schätzen, sind bei TV-Talkshows an der falschen Adresse. In
Spartensendern mag so ein Gespräch gelingen, bei ARD und ZDF
verhindert schon der Moderator, erkennbar unvorbereitet, aber auch,
so ist zu merken, viel zu oft intellektuell überfordert, jeden
Erkenntnisgewinn. Erkenntnis? Plasberg & Co. werden im
Rundfunkstaatsvertrag gar nicht unter Information, sondern im Sektor
»Unterhaltung« gelistet. Also: Welches Schweinderl hätten’S denn
gern? Das rechts außen? Bitte sehr. Einer nimmt das grüne, einer das
mittige, und los geht’s, das Spiel um Gut und Böse, Schwarz und Weiß.
Schattierungen? Zu komplex. Fakten? Zu anstrengend. Polarisierung
geht einfacher, bevorteilt aber leider dielunatic fringe am radikalen
Rand. Im Überschwang ihres Ich-Geschreis übersehen die Streiter, dass
die AfD eine Ein-Punkt-Partei ist (»Flüchtlinge raus«), also gar kein
Programm hat, über das sich zu reden anböte. Dann aber entfiele ja
gleich der ganze Talk. Hilfe! Und so trifft, was laut 1. Kor. 13,8
für die Liebe gilt, auch auf die faktenentleerte TV-Laberrunde zu:
Sie höret niemals auf.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Scholz Stephan
Telefon: 0521 585-261
st_scholz@westfalen-blatt.de

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 9. Juli 2019. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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