Westfalen-Blatt: Erzbischof Becker zum Missbrauch: Ich schäme mich, dass solche Verbrechen bagatellisiert und Opfer nicht ernst genommen worden sind

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Hans-Josef Becker, Erzbischof des Erzbistums
Paderborn, mahnt im Interview mit dem Bielefelder “Westfalen-Blatt”
(Montagsausgabe): »Wir dürfen unseren Glauben nicht billig machen.
Ich denke, dass es einen hohen Anspruch an uns Christen gibt,
Theologie zur Sprache zu bringen. Nicht abgehoben akademisch, sondern
eindeutig, ehrlich und einladend.«

Mit Blick auf die Studie zum Missbrauchsskandal, die die
katholische Kirche in diesem Jahr erschüttert hat, erklärt der
Erzbischof: »Meine Traurigkeit und meine Enttäuschung sind unendlich
groß. Für die Kirche, der ich mich verschrieben habe, schäme ich
mich, dass solche Verbrechen bagatellisiert und Opfer nicht ernst
genommen worden sind. Man hat versucht, als Institution möglichst
unbeschadet aus der Sache herauszukommen. Es tut mir in der Seele
weh, dass so viel Unheil und so viel Schaden verursacht worden sind.«

Er teile die Einschätzung des Zentralkomitees der Katholiken
(ZdK), wonach die Aufarbeitung des Skandals zur Nagelprobe für das
Ringen der katholischen Kirche um neue Glaubwürdigkeit werde.

In der Kirche stehe das Flüchtlingsthema unvermindert im
Blickpunkt. Die Gemeinden seien an den Herausforderungen der
vergangenen drei Jahre gewachsen. Noch immer sei die
Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge vielerorts groß. »Vor diesem
Engagement und Durchhaltevermögen ziehe ich den Hut«, lobt der
Erzbischof.

Unübersehbar sei, dass die Polarisierung in der Gesellschaft
zugenommen hat, sagte Becker. Es sei legitim, wenn die Einheimischen
sich fragen würden, »unter welchen Bedingungen ihre Kinder und Enkel
in diesem Land und in Europa leben können«.

Das aber dürfe nicht dazu führen, dass mit der Angst der Menschen
gespielt werde, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Hier seien
alle staatlichen Institutionen gefordert, »effiziente und unserem
christlichen Menschenbild entsprechende Lösungen zu finden«.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Thomas Hochstätter
Telefon: 0521 585-261
t.hochstaetter@westfalen-blatt.de

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Beitrag von auf 23. Dezember 2018. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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