13. AKG-Mitgliederversammlung / Patientenzentrierung in der Unternehmenspraxis

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Die AKG-Mitgliederversammlung 2019 in Berlin stand
unter dem Motto „Patientenzentrierung in der Unternehmenspraxis“.

Die Botschaft des AKG an Politik und Gesellschaft: Patient Support
Programme, in denen die Potentiale von Industriepartnern mit den
Bedürfnissen der Patienten und der ärztlich-medizinischen
Betreuungsteams verknüpft werden, helfen, die Therapietreue zu
steigern, die Arzt/Patienten-Kommunikation zu verbessern und
langfristig die Lebensqualität chronisch Erkrankter zu erhöhen.

Richtlinien und freiwillige Kodizes sind dabei die Leitplanken für
eine „unfallfreie Fahrt durch den Gesetzesdschungel“. Diese
juristischen Leitplanken zu entwickeln und bereitzustellen ist die
Kernkompetenz des AKG. „Es gilt dabei uneingeschränkt: Kooperation
ja, Zuwendung – versteckt oder offen – nein!“, machte der
AKG-Vorsitzende Christoph Harras-Wolff unmissverständlich klar.

In seinem politischen Gastbeitrag betonte Thomas Stritzl,
ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und heute Parlamentarischer
Berater des AKG, dass von der Pharmabranche angebotene Patienten
Support Programme an sich begrüßenswerte Serviceleistungen seien. Es
sei mittlerweile unstreitig, dass diese Programme die Compliance
stärken, gleichwohl drohten juristische Fallen und Haftungsansprüche.
Noch seien diese Problemstellungen nicht auf dem Schirm von Politik
und Judikatur, dies könne sich aber mit der Ausweitung solcher
Programme ändern. Die dialogorientierte und konstruktive
Herangehensweise des AKG sei daher mehr als geeignet, rechtzeitig die
richtigen „Orientierungsbojen“ zu setzen. „Relevante Problemlösungen
zu bieten bevor gesetzliche Konfliktlösungsmechanismen gebraucht
werden, ist nicht nur der Eigenanspruch des AKG, sondern auch der
richtige Weg – also Prävention vor Sanktion“, so der CDU-Politiker
wörtlich. Der BPI-Vorsitzende Dr. Martin Zentgraf erklärte in seinem
Grußwort, die Produkte der pharmazeutischen Industrie seien nur so
gut, wie die Mitarbeiter, die entlang des gesamten Lebenszyklus eines
Arzneimittels an ihm mitwirkten. Für Vertrauen in der Branche sorgten
aber auch die Unternehmen selbst, die über das Medikament hinaus mit
Patientenprogrammen die Compliance nachgewiesen stärkten. „Das
konservative Geschäftsmodell der Hersteller, gerichtet auf Produktion
und Vermarktung ist passé, die Patienten wollen begleitet werden und
erwarten, dass die Unternehmen ihr Wissen mit ihnen teilen“, so
Zentgraf wörtlich.

In seinem anschließenden Bericht zur Lage betonte der
AKG-Vorsitzende Christoph Harras-Wolff: „Die heutige Zeit ist sehr
stark mit dem Begriff Wandel verbunden – Wandel nicht nur im
klimatischen wie im politischen oder technischen Bereich, sondern
insbesondere auch Wandel im Bewusstsein und Wandel in der
Wahrnehmung.“ Man habe dabei das Gefühl, dass Veränderungen immer
stärker und deutlicher wahrgenommen würden und gleichzeitig immer
intensiver nach Wegen gesucht werde, sich mit diesen Veränderungen
auseinanderzusetzen.

Dies gelte neben dem Wandel auch für Innovationen, hauptsächlich
in der Biotechnologie, der Gentechnik, der Nanotechnologie und der
Fortbewegungstechnologie. Der Wandel mache natürlich auch vor der
Wirtschaft und vor der Gesundheitspolitik und den sozialen
Sicherungssystemen nicht halt. Der parteipolitisch motivierte Wechsel
im Amt des Gesundheitsministers von Hermann Gröhe zu Jens Spahn
stelle ebenfalls einen Wandel dar, sowohl in der Systematik der
Ausrichtung der Gesundheitspolitik als auch in der zeitlichen
Dynamik. Ein Wandel, der unmittelbare Auswirkungen auf die Akteure im
Gesundheitswesen und ihre politischen Vertreter habe und somit auch
auf den AKG. „Auch im Bereich Compliance hat sich ein deutlicher
Wandel vollzogen“, so der Bielefelder Unternehmer Harras-Wolff
wörtlich. So habe das Thema Compliance in den letzten Jahren nicht
nur für große Konzerne zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Druck auf
den Mittelstand, effiziente Compliance-Management-Systeme
einzuführen, habe in den vergangenen Jahren extrem zugenommen.

Regelverstöße durch Korruption oder Bestechung sowie
kartellrechtliche Konflikte gelangten schnell an die Öffentlichkeit
und würden national wie auch international oft mit hohen Strafen
geahndet. Sie schadeten dem Ansehen eines Unternehmens wie auch der
gesamten Branche, und könnten Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit
haben. Gleichzeitig werde es für die Unternehmensführung immer
schwieriger, einen Überblick über die für ihr Unternehmen relevanten
Regeln zu behalten. Daher erfordere es die unternehmerische
Sorgfaltspflicht mehr denn je, Risiken möglicher Rechtsverstöße zu
analysieren und Maßnahmen zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen
Unternehmensorganisation zu treffen. Ein angemessenes und effektives
Compliance Management helfe, Schaden vom Unternehmen abzuwenden, eine
Haftung der geschäftsführenden Organmitglieder zu vermeiden und die
gute Reputation des Unternehmens zu erhalten. Bei allen Veränderungen
und allem Wandel werde es wesentlich darauf ankommen, dass man an
seinen Grundwerten und Grundtugenden festhalte und sich nicht beirren
lasse. Mit Blick auf Compliance bedeutet dies, dass man sich auch in
Zeiten, in denen man das Gefühl habe, das alles und jedes im Fluss
und im Umbruch sei, nicht von den AKG-Grundsätzen abbringen lasse.

„Der AKG hat mit seiner Arbeit einen guten Teil dazu beigetragen,
dass Compliance nicht nur bei den Mitgliedsunternehmen, sondern in
der gesamten Gesundheitsbranche angekommen ist“, so Harras-Wolff zum
Abschluss. Vor der sehr konstruktiven und engagierten
Podiumsdiskussion beleuchtete Carsten Clausen
(AKG-Vorstandsbeisitzer, B. Braun Service SE & Co. KG) die Thematik
von Patienten Support Programmen aus unternehmerischer Sicht und Dr.
jur. Daniel Geiger (Rechtsanwälte Geiger Nitz + Partner GmbB) legte
die rechtlichen Aspekte von Patient Support Programmen dar.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde das Thema
Patientenzentrierung in der Unternehmenspraxis aus unterschiedlichen
Blickwinkeln unter der Moderation von Dr. Albrecht Kloepfer, Büro für
Gesundheitspolitische Kommunikation, beleuchtet. Teilnehmer waren Dr.
med. Dirk Heinrich (Bundesvorsitzender des NAV Virchowbundes), Andrea
Galle (Vorständin, BKK Verkehrsbau Union – BKK VBU), Marius Grosser
(Geschäftsführer Deutscher Psoriasis Bund e.V.) Carsten Clausen und
Dr. Daniel Geiger. Alle Teilnehmer erachteten Patienten Support
Programme als sinnvoll und zielführend für die Compliance. Es mache
nur keinen Sinn, dass jeder sich seine eigenen Strategien und
Lösungsvorschläge erarbeite. „Nicht nur reden, sondern handeln. Es
besteht Einigkeit, wir werden den begonnenen Dialog fortsetzen mit
der Zielsetzung gemeinsamen Handelns und gemeinsamer Strategien“ so
der AKG-Geschäftsführer Kai Christian Bleicken im Anschluss an die
Diskussion.

Diesjährigerer Preisträger der Dr.-Sigurd Pütter-Verdienstmedaille
ist Rechtsanwalt Dr. Daniel Geiger. Die Verdienstmedaille wird seit
2012 verliehen und ehrt Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich
in besonderer Weise um das Thema Healthcare Compliance verdient
gemacht haben.

Pressekontakt:
Kai Christian Bleicken, Geschäftsführer
Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen (AKG) e.V.
Friedrichstraße 147, 10117 Berlin
Telefon 030/300 19 09 –30, Fax 030/300 19 09 – 33
Internet www.ak-gesundheitswesen.de

Original-Content von: Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen e.V. (AKG), übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 13. Mai 2019. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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