Corona-Tod im Feld: Filmer aus Hamburg dreht Film-Drama in Zeiten des Coronavirus

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In der Zeit mit nur wenigen Kontakten, mit leeren Fußgängerzonen und geschlossenen Geschäften kam Berthold von Kamptz -als er mit seiner Familie zu Hause bleiben musste – auf die Idee eine Geschichte über das Leben in Zeiten des Coronavirus zu schreiben und einen Film zu drehen. “Ich hatte vor in der Zeit von Kontaktsperren diese besondere Zeit festzuhalten. Die Antihelden oder Helden, die zu Hause bleiben müssen, zu portraitieren – auch ihr Schicksal. Später wird man sich an diese Zeit erinnern – auch wenn meine jetzige Geschichte teils real, teils erfunden ist”, meint der Filmemacher und Maler Berthold von Kamptz (47). Er hat schon einige Filme gedreht – zuletzt einen Anti-Kriegsfilm-Drama aus dem 2.Weltkrieg und hat auch an einem Zombiefilm gearbeitet. Von Kamptz wurde mit seinem Film “Psycho – Das Geheimnis des Phantom-Killers” bekannt, der in mehreren Kinos lief u.a. 1992 auf dem 6. Fantasy-Filmfestival im Metropolis-Kino in Hamburg.
Nun hat Berthold von Kamptz einen Low-Budget-Film über das Leben in Hamburg während der Corona-Krise gedreht – frei nach seiner Geschichte “Corona-Tod im Feld” (so der Arbeitstitel), die er gerade bei Pressbooks.com veröffentlicht. “Corona: Tod im Feld” lautet nun der Titel seines mehrteiligen Youtube-Videofilms, das er mit wenig Aufwand produziert hat und nun auf Youtube veröffentlicht hat. Später will er alle diese Teile zu einem Film zusammenfügen, der ca. 80 Minuten lang sein wird – eine etwas andere Version seines bisherigen Trash-Films.
Die Story: Erik (gespielt von Berthold von Kamptz) ist pleite, hat keine Aufträge und sitzt zu Hause rum während der Corona-Krise und verfällt in Depressionen, guckt stundenlang im TV The Walking Dead und andere Endzeitfilme und lenkt sich mit Malen ab- während sich seine Frau (Maria Breton) und zwei Kinder meistens aus Angst vor dem Coronavirus nicht ihre Zimmer verlassen. Erik will – mit wenig Aufwand – zur klassischen Malerei zurückfinden, weil es ihm aufgrund Mangels an Geld und Materialbeschaffung nicht möglich ist aufwendigere Kunstwerke zu schaffen, weil viele Geschäfte – auch Künstlerzubehörgeschäfte – aufgrund der Corona-Krise geschlossen haben. Viele Menschen im Film haben – wie in Wirklichkeit – keine Arbeit oder Aufträge, sind pleite, haben Angst – auch am Virus zu erkranken und gucken in eine unsichere Zukunft. Eriks Freund Hussein (Hasan K.)- ein ehemaliger Imbissbesitzer -ist ebenfalls pleite, mit dem er per Telefon verbunden ist. Tante Emmi (Ingrid Hammill) ist im Film schon früh – am März 2020- am Coronavirus gestorben – Erik konnte sie in der Zeit der Kontaktsperre weder besuchen noch retten – nur Lebensmittel vor die Tür stellen. Sein Freund “Helmütchen” (Helmut Prehn) ist u.a. seit einem Schlaganfall krank, kann kaum das Haus verlassen, wird von den Pflegern vernachlässigt und dämmert alleine in der Wohnung vor sich hin. Opa meldet sich nicht mehr und niemand weiß, ob er noch lebt oder nicht. Erik kämpft während der Corona-Krise um seine wirtschaftliche Existenz, er schweigt viel, fängt auch vermehrt an Alkohol zu trinken, ist pragmatisch, da es ums wirtschaftliche Überleben geht, er repariert viel in seinem Haus, er hortet Dosen und Klopapier,.. – obwohl er weiß, dass es nicht richtig ist in Panik zu verfallen – bis er sich scheinbar mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das bringt Erik zu Fall und er verliert die Kontrolle in seinem Leben. Am Ende wird Erik Tod aufgefunden.
Der Film handelt von den Helden und Antihelden dieser Corona-Krise – besteht auch aus Rückblenden.”Es ist ein Drama, das verschiedene Leute in Extremsituationen zeigt während der Corona-Krise,” sagt der Filmemacher Berthold von Kamptz, lässt bewusst in vielen Szenen die Kamera wackeln und improvisiert viel. Ursprünglich war das ein 20-Minuten-Film. Dann kam immer mehr Material dazu und es wurde ein mehrteiliger 80-Minuten-Film – angereichert mit einigem alten professionellem Filmmaterial. Halb Drama, Trash, Doku, radikal in der Reduktion. Ein Experiment. Mit vielen Improvisationen. Das oft auch aus Rückblenden besteht. “Ich werde das zu einem ganzen Film zusammenschneiden und wann das fertig ist, werde ich noch bekannt geben. Aber demnächst,” sagt Berthold von Kamptz. Der mehrteilige Film “Corona: Tod im Feld” ist schon jetzt in der Rohfassung auf Youtube zu sehen und die Geschichte dazu wird auf Pressbooks.com veröffentlicht.
Ungefähr drei Wochen dauerten die Dreharbeiten. Mit wenig Geld und wenig Darstellern. Das größte Problem sei es gewesen die geltenden Abstandsregeln beziehungsweise das Kontaktverbot einzuhalten. Anders als normalerweise an einem Filmset wurde das Team von Berthold von Kamptz dafür deutlich reduziert. “Wir haben alles im kleinen Zweierteam gedreht und meistens ungestört zu Hause in meinem Homeoffice und ohne viel Aufwand – in der Art wie man Dokus macht. In der Coronakrise muss man bei den Möglichkeiten und bei der Produktion Abstriche machen – schließlich schließen viele Produktionsfirmen,” sagte von Kamptz.
Berthold von Kamptz konnte Familienmitglieder und einige Freunde gewinnen. Die meisten Aufnahmen entstanden zu Hause – auch um Menschenansammlungen aus Neugierigen und Passanten wegen den Abstandsregeln zu vermeiden.
Begeistert war Berthold von Kamptz von den Mitwirkenden. “Sie waren alle sehr engagiert und sie spielten größtenteils kostenlos, sie waren positiv eingestellt, packten ohne Planung mit an, wir warfen unsere Kontakte zusammen – und wir schafften es ohne große Planung und Möglichkeiten schließlich einen 80-Minütigen Film zusammemzustellen”, sagt Berthold von Kamptz.

Beitrag von auf 23. April 2020. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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