Die Großglockner Hochalpenstraße: Wo die Festspiele der Natur über die Bühne gehen…

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Bergstraße zum Großglockner (c) grossglockner.at (Nationalpark Hohe Tauern)
 

2020 dürfen wir den Salzburger Festspielen zu ihrem hundertsten Geburtstag gratulieren. Aber seit jeher zieht es Gäste aus aller Welt nicht nur wegen der kulturellen Highlights nach Salzburg, sondern vor allem auch wegen der einzigar-tigen Natur. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Salzburger Landes-hauptmann Franz Rehrl die Großglockner Hochalpenstraße als ergänzendes Pro-jekt zu den Salzburger Festspielen erdacht und umgesetzt hat. Ein sensationeller Tagesausflug für die Festspielgäste – so die Überlegung des Politikers und Auto-liebhabers. Ihm und den Festspielen ist es also zu verdanken, dass Besucher aus aller Welt Sommer für Sommer entlang der Großglockner Hochalpenstraße wahre Festspiele der Natur erleben dürfen: Angefangen beim höchsten Gipfel Österreichs, dem 3.798 Meter hohen Großglockner mit der Pasterze, dem längsten Gletscher der Ostalpen. Bis hin zu atemberaubenden Aussichten auf unzählige Dreitausender. Außerdem sind Steinbock, Adler, Murmeltier & Co. hier heroben zum Greifen nahe. Meterhohe Schneewände im Mai, Orchideenwiesen und Schneeballschlachten im Sommer – all diese „Meisterstücke“ spielt die Natur entlang der Großglockner Hochalpenstraße.

Vorhang auf für eine der schönsten Panoramastraßen der Welt!
Zweifellos ist die Großglockner Hochalpenstraße eine der schönsten Panorama-straßen der Welt – nicht umsonst gehört sie zu den drei meistbesuchten Aus-flugszielen Österreichs! Auf einer Länge von 48 Kilometern führt dieses grandiose Beispiel österreichischer Straßenbaukunst, das übrigens seit dem Jahr 2015 unter Denkmalschutz steht und vielleicht schon bald UNESCO Welterbe wird, ins Herz des Nationalpark Hohe Tauern. Kehre um Kehre geht es bergauf – 36 gibt es insgesamt. Von Salzburg aus kommend beginnt der Aufstieg bei der Kassenstelle Fusch an der Großglocknerstraße, die ca. 100 Kilometer von der Mozartstadt entfernt liegt. Entlang der Strecke warten zahlreiche Infopunkte, insgesamt 15 Ausstellungen und zwölf Erlebnisstationen, viele gemütliche Restaurants und urige Hütten sowie sieben Themenwege darauf, von den Besuchern entdeckt zu werden. Außerdem durchzieht ein großes Netz von Wanderwegen – von kinder-wagentauglichen Spazierwegen bis hin zu hochalpinen Steigen – die Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern.

Die Edelweiß-Spitze: Eine Dreitausender-Arie in den höchsten Tönen
In der Nähe des Fuscher Törls zweigt von der Hauptstraße eine schmale Straße ab. Über diese gelangt man zum höchsten Punkt der Großglockner Hochalpen-straße – auf die Edelweiß-Spitze auf 2.571 Metern Seehöhe. Von diesem Rundum-Aussichtspunkt gleitet der Blick über mehr als 30 Dreitausender – und sogar die Nordflanke des Großglockners ist zu sehen. Wer sich mehr Zeit für die Erkundung der Hochalpenstraße nehmen möchte, der übernachtet hier heroben oder in einer der Hütten im Reich der Murmeltiere, Gletscher und Steinböcke: Belohnt wird man mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang inmitten des größten Naturschutzgebietes Zentraleuropas. Entlang der Großglockner Hochalpenstraße finden sich zahlreiche Berg- und Ausflugsrestaurants, Almhütten, Shops und Bikers-Points für Motorradfahrer. Apropos: Auf der Webseite werden Besucher immer tagesaktuell über Straßenbedingungen und Wetterlagen informiert.

Das Hochtor – mystisches Heiligtum an der Landesgrenze
Nachdem man die Fuscher Lacke erreicht hat und sich bei einer Runde um den kleinen See die Beine vertreten und eine Kaffeepause beim berühmten „Mankei-wirt“ eingelegt hat, überschreitet man am Hochtor die Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten. Galten in alten Zeiten hohe, exponierte Punkte oft als Eingänge in die Unterwelt, so ist das einzig Unterirdische heute der Tunnel, der die beiden Bundeländer miteinander verbindet. Aus diesem Grund ist das 2.504 Meter hoch gelegene Hochtor Fundstätte vieler Münzen und Opfergaben wie der bronzenen Römerstatuette „Herkules“. Sie stammt aus dem späten zweiten Jahrhundert vor Christus. Die Funde sind der Beweis dafür, dass über das Hoch-tor über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Handelsroute zwischen Italien und Mitteleuropa verlief. Wer dann genug von mystischen Eingängen in die Unterwelt, Opfergaben und Heiligtümern hat, findet bei einer Schneeballschlacht die nötige Erfrischung. Denn hier am Hochtor halten sich die Schneefelder den ganzen Sommer über.

Bühne frei für dramatisch-schöne Naturfestspiele
Nach dem Hochtor geht es auf der Kärntner Seite zuerst einmal wieder bergab. Diese beeindruckende Strecke auf über 2.400 Metern Seehöhe bietet der Natur eine dramatisch-schöne Bühne. Am Rasthaus „Schöneck“ wachsen bis zu 140 verschiedene Pflanzenarten auf den alpinen Wiesen, Schmetterlinge finden hier einen idealen Lebensraum vor. Ein kleiner Rundweg samt Naturschau informiert über die Tier- und Pflanzenvielfalt. Im Spätsommer und Herbst sorgen die strah-lend gelben Lärchenwälder für eine fantastische Kulisse. Würde man hier ab-zweigen und den Weg hinunter ins Tal wählen, würde man nach nur wenigen Kilometern den südlichen Talort der Großglockner Hochalpenstraße, das Berg-steigerdorf Heiligenblut, erreichen. Hier bietet sich ein kleiner Abstecher ins neue „Haus der Steinböcke“ im Herzen der Nationalparkgemeinde Heiligenblut an, das ab 24. Mai 2020 Einblicke in die Lebenswelt dieser imposanten Bergbewohner gibt. Unser Tipp: Mit einem Tagesticket kann man die Kassenstelle passieren, sooft man möchte. Wer aber auf der Großglockner Hochalpenstraße weiter bergauf fährt, gelangt nach nur wenigen Kilometern zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – der Logenplatz im Naturschauspiel
Von dieser spektakulären Aussichtsstation, die einst der Kaiser persönlich be-suchte, genießt man den Blick auf Österreichs höchsten Berg, den Großglockner, der mit 3.798 m Höhe den Pasterzen-Gletscher überragt. Hier entdeckt man das moderne Besucherzentrum mit seinen Ausstellungen, beobachtet von der Wil-helm-Swarovski-Warte aus Adler, Steinbock & Co. oder tritt den Weg hinunter zum Gletscher an. Der hochalpine Gamsgrubensteig führt in gut einer Stunde zum Wasserfallwinkl: Im Sonderschutzgebiet „Gamsgrube“ lebt die größte Mur-meltierkolonie der Hohen Tauern und nicht selten kann man die putzigen Wildtiere aus nächster Nähe beobachten. Im hinteren Teil der Gamsgrube bestehen gute Chancen, Steinböcke zu sichten. Nachdem die prächtigen Tiere in Österreich ausgestorben waren, wurden im Sommer 1960 die ersten drei Steinböcke aus Pontresina in Heiligenblut ausgewildert. Im Sommer werden täglich kostenlose Führungen mit einem Nationalpark-Ranger angeboten.

Das Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Im Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe haben die Besucher die Möglichkeit, kostenlos verschiedene Ausstellungen zu besichtigen. Eine davon: die weltweit höchstgelegene Automobil- und Motorradausstellung. Ein Dauerbrenner ist die Schau „Gletscher.Leben“. Sie gewährt Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der eisigen Ur-Giganten – Gletscherfloh-Weitsprung-Wettbewerb und Indoor-Eiswand inklusive. Die Ausstellung „Alpenliebe“ wirft einen augenzwin-kernden Blick auf die mitunter schwierige Beziehung von Mensch und Berg. Mit der neuen Sonderschau „Trabi-Ansturm am Großglockner!“ wird ab Mitte Juni 2020 ein weiteres Ausstellungs-Highlight auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe eröffnet. Denn als vor 30 Jahren die Mauer fiel und damit die Reisefreiheit kam, kamen auch die Gäste aus dem Osten in Scharen nach Österreich und natürlich auch auf eine der schönsten Panoramastraßen der Welt! Erst letztes Jahr wurde die Ausstellung „Berg, die“ präsentiert:

Ausstellung: „Berg, die (Substantiv, feminin) – Frauen im Aufstieg“
Bekleidet mit bodenlangen Röcken und mit bis unter das Kinn zugeknöpften Blu-sen, den Kopf sittsam mit Hüten bedeckt – derart ausgestattet brachen die ersten „professionellen“ Alpinistinnen zur Eroberung der Bergwelt auf. Aber diese wohlhabenden und oft adeligen Damen, deren alpine Pioniertaten auch gut do-kumentiert wurden, waren meistens nicht die ersten Frauen auf den Gipfeln der Alpen. Bereits vor ihnen haben einheimische Frauen, Sennerinnen, Botinnen, Schmugglerinnen oder Lastenträgerinnen die Gipfel erklommen. Allerdings wurden deren alpinistische Leistungen nicht aufgezeichnet und dokumentiert und sind so bis heute unbekannt geblieben. Nicht zuletzt aus diesem Grund versucht die Ausstellung „Berg, die (Substantiv, feminin) – Frauen im Aufstieg“ auch der Frage auf den Grund zu gehen, wer die erste(n) Frau(en) auf dem Großglockner war(en). Waren es tatsächlich im August 1869 die beiden wohlhabenden und gut ausgerüsteten Bergsteigerinnen Mary Whitehead und Anna von Frey? Oder war die erste Frau am Glockner-Gipfel bereits ein Jahr zuvor die unbekannte Einhei-mische – und deshalb als nicht „dokumentierenswert“ erachtete – Elisabeth Han-ser? Oder war es gar schon im September 1857 Sidonia Theres Schmidl aus Hei-ligenblut, die den Glockner als erste Frau bezwungen hatte? Einträge in Gipfelbü-chern und andere Aufzeichnungen, die in der Ausstellung gezeigt werden, legen nahe, dass bereits vor den ausführlich dokumentierten Glockner-Erstbesteigerinnen einheimische und damit nicht beachtenswerte Frauen auf dem Gipfel gestanden sein dürften. Die Ausstellung „Berg, die“ ist einheimischen Bergsteigerinnen und privilegierten Alpentouristinnen von anno dazumal gleich-ermaßen gewidmet und rückt ihre Leistungen anhand von Dokumenten, histori-schen Fotos und zahlreichen anderen Objekten in den Fokus.

Service & Tarife:
Tageskarte für PKW: 37,00 Euro
Tageskarte für Motorrad: 27,00 Euro
Elektrofahrzeuge Tageskarte PKW: 27,00 Euro
Elektrofahrzeuge Tageskarte Motorrad: 20,50 Euro
Bus pro Person: 5,80 Euro Erwachsene /
2,90 Euro Kinder

Straßenöffnungszeiten:
Anfang Mai bis Ende Oktober/Anfang November
bis 31. Mai von 6:00 – 20:00 Uhr
1. Juni bis 31. August 5:00 – 21:30 Uhr
ab 1. September 6:00 – 19:30 Uhr

Daten & Fakten:
Kassenstellen: Heiligenblut (Kärnten), Fusch/Ferleiten (Salzburg)
Straßenlänge: 48 Kilometer
Anzahl der Kehren: 36 Kehren gesamt
Höchster Punkt: Edelweiß-Spitze auf 2.571 Metern
Ca. 900.000 Besucher jährlich und damit unter den Top 3 der Sehenswürdigkeiten in Österreich
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Beitrag von auf 3. März 2020. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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