Flüssigbiopsie: Alles aus einer Hand zum Aufspüren von zirkulierenden Tumorzellen mittels PCR und Immunfärbung

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Wiener Neustadt (Österreich), 13. Januar 2021. Die Beurteilung der Effizienz von Krebsbehandlungen oder die Erkennung eines Rückfalls kann aufwendig sein – oder einfach. Blutbasierte Biopsietests bieten dafür eine rasche, zuverlässige und einfache Möglichkeit. Durch den Nachweis und die molekulare Charakterisierung im Blut zirkulierender Krebszellen (englisch „circulating tumor cells“ – CTCs) liefern die Tests detaillierte Informationen über die Art und das Stadium der Krebserkrankung. Im Wesentlichen werden zwei Technologien angewendet – PCR (Polymerasekettenreaktion) und Immunfärbung. Bislang gab es keine Anbieter von Tests für beide Technologien. Das österreichische Unternehmen OncoLab Diagnostics GmbH bringt nun erstmals eine breite Palette an Produkten für blutbasierte Biopsietests auf den Markt, die auf den beiden genannten Technologien beruhen.

Indirekt & Direkt
PCR-basierte Tests spüren CTCs über den Nachweis krebsspezifischer DNA- oder RNA-Marker auf. Dieser indirekte Ansatz ist höchst sensitiv. Unter bestimmten Umständen ist auch die Kombination der RNA-Expression krebsspezifischer Marker mit der Expression von Serumproteinmarkern („Tumormarker“) zu einem integrierten diagnostischen Modell möglich, wobei bis zu 50 RNA-Marker in einem Test analysiert werden können. Im Vergleich dazu werden CTCs mit Immunfärbungen direkt nachgewiesen. Dabei binden fluoreszierende Antikörper an Zellmembranen und Strukturen im Zellinneren und machen die Krebszellen so im Mikroskop sichtbar. Der Anwender erhält dadurch nicht nur Informationen über die äußere Gestalt (Morphologie) der Zellen, sondern auch über deren Anzahl. „Aufgrund der Verschiedenartigkeit von CTCs können allerdings beide Methoden einzelne Krebszellen übersehen“, erklärt Professor Zeillinger, Gründer und Geschäftsführer von OncoLab. „Die kombinierte Anwendung von Immunfärbung und PCR-basiertem CTC-Nachweis kann das verhindern. “

Bis heute mussten Forschungsinstitute die beiden Arten von Tests von unterschiedlichen Lieferanten beziehen. „Jetzt ist OncoLab in der Lage, unseren KundInnen beide Technologien zusammen anbieten zu können“, erklärt Dr. Zeillinger. „Damit vereinfachen wir den Bestellvorgang und helfen den KundInnen, Geld und Zeit zu sparen.“ Besonders hervorzuheben ist, dass manche Tests von OncoLab überhaupt erstmalig am Markt verfügbar werden. Das Angebot beinhaltet einen quantitativen „real-time“ PCR-Test zum Nachweis von CTCs, die Zytokeratin-19 (CK-19) exprimieren, einen Marker für Epithelzellen, aus denen viele bösartige Tumore entstehen. Die Forschungsversion dieses Tests ist für die Analyse der CK-19-Expression in CTCs, Geweben und experimentellen Zellkulturen geeignet. Die Entwicklung einer CE-IVD-gekennzeichneten Version für die Routinediagnostik von CTCs bei Brustkrebs wird demnächst abgeschlossen. Für diesen einzigartigen Test wird die übliche vorangehende Anreicherung der CTCs aus einer Blutprobe nicht erforderlich sein; trotzdem wird der Test mit den meisten Anreicherungsverfahren kompatibel sein. Die Entwicklung weiterer PCR-Tests für den Nachweis von CTCs beim Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs, aber auch bei Lungen- und Prostatakrebs und neuroendokrinen Tumoren soll bald abgeschlossen sein. „Wir werden auch Immunfärbetests für zirkulierende Gefäßendothelzellen und zirkulierende Bindegewebszellen anbieten“, erläutert Prof. Zeillinger das erweiterte Produktsortiment von OncoLab.

Transatlantische Partnerschaft
OncoLab ist kürzlich eine Entwicklungspartnerschaft mit AxonDx eingegangen. Dr. Zeillinger über den Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit: „AxonDx ist für uns ein idealer Partner für die Entwicklung eines stimmigen Produktportfolios, das den gesamten analytischen Prozess des Nachweises von sehr seltenen zirkulierenden Zellen umfasst.“ Es wird Produkte von der Blutabnahme über die Probenbearbeitung bis zur automatisierten mikroskopischen Auswertung umfassen. Patente von AxonDx werden dabei die Position des österreichisch-amerikanischen Duos im rasch wachsenden Markt der CTC-Analytik noch weiter stärken. „Diese transatlantische Partnerschaft ermöglicht es uns, den AnwenderInnen das Potential unseres nCyteTM AI-unterstützten optischen Mikroskopscanners zur Verfügung zu stellen, die von der Leistungsfähigkeit und der einfachen Handhabung sehr profitieren werden“, fügt Dr. Kent Murphey, Vorsitzender und Geschäftsführer von AxonDx, hinzu. Mit dieser Zusammenarbeit setzt OncoLab eine lange Tradition der Bündelung der Stärken von Diagnostikexperten fort. Das Patentportfolio von AxonDx im Bereich Optik ist sehr umfangreich. Zusätzlich sind OncoLabs Produkte durch mehrere Patente geschützt, die auf Erfindungen akademischer Partner in Österreich und Griechenland aufbauen. Prof. Evi Lianidou, Institut für Chemie, Nationale und Kapodistrias-Universität Athen: „Durch die Patentierung und Kommerzialisierung unserer Forschungsergebnisse zur Identifizierung von CTCs mit internationalen Partnern wie OncoLab tragen wir zur raschen und präzisen Krebsdiagnostik bei und damit zur Verbesserung der Lebensqualität von KrebspatientInnen weltweit.“

Kontakt
Univ.-Prof. Robert Zeillinger, Dr. phil.
OncoLab Diagnostics GmbH
Viktor Kaplan-Str. 2, Objekt E
A-2700 Wiener Neustadt
T +43 2622 32913-60
M +43 664 4240373
E r.zeillinger@oncolab.at
W http://www.oncolab.at

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