Grimme-Preis für „Vernichtet: Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“: rbb-Intendantin Schlesinger sieht Aufforderung zu fortgesetzter Spurensuche

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Der Grimme-Preis für den Dokumentarfilm „Vernichtet: Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“ ist nach Einschätzung von rbb-Intendantin Patricia Schlesinger auch eine Aufforderung zur fortgesetzten Spurensuche. „Die Grimme-Jury betont, der Film zeige eine vielschichtige Möglichkeit, wie auch künftig Geschichte und Geschichten erzählt werden können, die erzählt werden müssen. Das spornt uns an, das Bewusstsein für die Shoah wachzuhalten. Gleichzeitig freue ich mich sehr über diese Würdigung der engagierten Arbeit des gesamten Teams,“, sagte Schlesinger am Dienstag.

Der Dokumentarfilm „Vernichtet: Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“ (Schmidt & Paetzel Fernsehfilme für rbb/NDR/HR) erzählt die Geschichte der Brandenburger Familie Labe aus Glambeck im Löwenberger Land. Dorfbewohner hatten die alleinerziehende Mutter Rosa, Inhaberin des örtlichen Kolonialwarenladens, mit ihren drei Kindern Paul, 16 Jahre alt, Dora, 15, und Theo, 13, im November 1938 aus dem Haus getrieben und Hausrat und persönliche Dinge angezündet. Auch wenn die Entrechtung und Vertreibung der Jüdinnen und Juden in Deutschland schon Jahre zuvor begonnen hatte, setzt der Film mit seiner Suche nach Spuren der Familie Labe an genau diesem Punkt an. Der Punkt, an dem Verbrechen konkret, vor aller Augen, unter zahlreichen Stimmen und mit der tätigen Hilfe vieler, die einmal Nachbarn und Bekannte waren, verübt wurden. Die Arbeit von Andreas Christoph Schmidt wird in diesem Jahr mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Information & Kultur“ ausgezeichnet.

Die Grimme-Jury würdigt die Spurensuche von Schmidt als „ungewöhnlich instruktiv und eindringlich.“ Die Texte seien geprägt von durchdringender und mitunter analytischer Klarheit. Mit fragendem Gestus konstatiere der Film da, wo das Faktische offenkundig sei, und unternehme begründete Spekulationen, wo es möglich scheine. „Schmidts Methodik ist dabei immer transparent. Die Grenzen seines Erzählens, seines Materials werden aufgezeigt, Leerstellen bleiben als Leerstellen erkennbar und dass Ausschnitthafte auch“, urteilt die Jury, die auch die Beiträge von Hauptsprecher Ulrich Matthes sowie von Lutz Reimann (Kamera) und Andre Pawelski (Musik) hervorhebt.

„Vernichtet: Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“ war zuerst im Januar 2020 im Ersten zu sehen. Der 60-minütige Film entstand nach einem Drehbuch und unter der Regie von Andreas Christoph Schmidt unter der Federführung des Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Redaktion hatten Rolf Bergmann (rbb), Sabine Mieder (HR) und Marc Brasse (NDR), die Produktionsleitung lag bei Cordula Paetzel sowie für den rbb bei Rainer Baumert und Günter Thimm.

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Beitrag von auf 11. Mai 2021. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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