Interview mit Künstler Thomas Baumgärtel Bananensprayer

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Thomas Baumgärtel in seiner 3.000 m2 großen Ausstellungshalle GERMAN URBAN POP ART in Köln
 

Sie gelten als Bananensprayer als der bekannteste deutsche Street-Art-Künstler. Wie haben Sie das geschafft?

Thomas Baumgärtel: Anfang der achtziger Jahre schuf ich mit 23 Jahren eher spontan mein erstes Werk – die Banane am Kreuz. Da wusste ich: Ich werde Künstler. Seitdem setze ich mich als Aktionskünstler https://www.bananensprayer.de/ intensiv mit der Kunst, Street- und Pop Art auseinander und bin mit Spraydose und Schablone weltweit unterwegs. Zwischenzeitlich habe ich rund 4000 Kunstorte, von New York, Moskau, über Wien, London, Berlin bis zu meiner Heimatstadt Köln, ausgezeichnet. Meine Spray-Banane ist weltweit ein inoffizielles Logo der Kunstszene. Für mich ist das ein Aspekt der “Freiheit für Kunst”.

Sie greifen die kritische und politische Kunst populär auf. Sind Sie ein politischer Mensch?

Thomas Baumgärtel: Ja, Kunst ist Botschaft. Der überwiegende Teil meiner Werke versteht sich als politisches Statement in Bezug auf die Klimadebatte, für den Erhalt der Demokratie und die Freiheit der Kunst. Ich setze mich persönlich kritisch mit aktuellen Themen auseinander, wie die Flüchtlingskrise in Europa oder die weltweite Umweltbewegung. Daher stehe ich gerne im Dialog mit Künstlern und politischen Organisationen wie “Mehr Demokratie” e.V.

Was hat Sie zum Ausstellungszyklus GERMAN URBAN POP ART 2019/20 mit 27 Einzelausstellungen inspiriert?

Thomas Baumgärtel: Mein Fazit zur Halbzeit der Ausstellungsreihe in Museen, Galerien und Institutionen lautet: Es läuft! Das Bananensprayer-Team steht! Es tut gut alle zehn Jahre Bilanz zu ziehen und zurück und vor zu schauen und das Jahrzehnt in einem Buch zu dokumentieren. Das habe ich zum dritten Mal gemacht.

Was war bisher Ihr Highlight im Ausstellungszyklus GERMAN URBAN POP ART 2019/20?

Thomas Baumgärtel: Das war meine persönlich kuratierte Ausstellung in der 3.000 m2 großen, alten Industriehalle in Köln. Die Halle war schwarz, dreckig, dunkel, kalt und schwer zu finden. Das Gegenteil von einem Museum. Man fühlte sich wie auf der Straße, wie in einem Hinterhof – die Bronx von Dellbrück! Es wurde die größte Bananensprayer-Show aller Zeiten und gleichzeitig die größte Street-Art-Show Deutschlands. Über sieben Wochen haben mein Team und ich Gäste sowie Kunstvereine und politische Gruppen durch das Street-Art Konzept mit 300 Werken geführt. Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft von Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln. GERMAN URBAN POP ART gehörte zu den Top 10 Highlight-Orten bei der 20. Museumsnacht Köln am 2. November 2019. Als Special Guests gaben GENTELMAN und SCHWARZ Life-Konzerte. Das war großartig: https://youtu.be/R6ZL8OKVrM0

Wie geht es weiter, was wünschen Sie sich nach dem Ausstellungszyklus?

Thomas Baumgärtel: Dieses Jahr ist mit 17 Einzelausstellungen in Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie fünf Gruppenausstellung festgelegt, auch wenn bereits eine Ausstellung wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus abgesagt wurde. Darüber hinaus werde ich mich verstärkt international ausrichten. Nach den zwei Jahren intensiver Ausstellungszeit will ich mich zurückziehen und verstärkt Experimentieren. Ich freue mich auf viel Zeit im Atelier mit Malen, Arbeiten und Ausprobieren. Ich werde mich auf ein Reise begeben – das ist das spannende.

Herr Baumgärtel, ich bedanke mich für das Gespräch.

Der in Köln lebende Künstler Thomas Baumgärtel studierte Freie Kunst und Diplom-Psychologie.

“Thomas Baumgärtel ist weitaus mehr als ein Maler im klassischen Sinne. Sein intermediales Werk umfasst neben Zeichnungen und Druckgrafiken auch Fotocollagen, Übersprühungen von “Alte Meister”-Gemälden und von Objekten. Der Bananensprayer hat sich keineswegs nur mit dem traditionellen Staffeleibild, sondern intensiv mit der Wandmalerei im öffentlichen Raum beschäftigt. Die breite Palette seines künstlerischen Schaffens reicht bis in die Aktionskunst und zeigt, wie fließend für ihn die Grenzen zwischen Bildwerk und Aktion sind. Neben seinen subversiven Sprayaktionen haben seine Performances und Happenings, vor allem die mit einer dinosaurierartigen Banane, einer überdimensionalen, auffaltbaren Bananenskulptur auf Rädern, erhebliches Aufsehen erregt. Bis heute wartet die Aktion “Banane im Brandenburger Tor” in Berlin auf ein Startzeichen.”

Dr. Bettina Baumgärtel, Museum Kunst Palast Düsseldorf

Beitrag von auf 12. März 2020. Abgelegt unter Kunst & Kultur, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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