Münchner Verein schließt Lücke in der Selbsthilfe

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Sabine Holtmann (Vorstand)
 

Die Initiatorin Sabine Holtmann, heute Vorstand vom Münchner Verein SelbstHilfeGruppen-Online e.V., erhielt 2009 die Krebs-Diagnose. Über zwei Jahre lang erträgt die Diplom Wirtschaftspädagogin viele Operationen und befindet sich bis heute im Kampf gegen den Tumor. Sie lebt heute zu 100% schwerbehindert und erwerbsunfähig. Der Austausch mit Gleichbetroffenen ist unmöglich, da sie viele Monate zu schwach und nicht mobil war. Bis heute ist die Online-Selbsthilfe nicht für alle Menschen möglich.

Eben noch auf der Karriereleiter erfolgreich und im nächsten Moment in Frührente. Eben noch Familienwunsch und im nächsten Moment austherapiert und Palliativfall. Physisch vertraut Sabine Holtmann den Ärzten in der Uniklinik Großhadern in München. Aber wie geht die Psyche mit solchen Schicksalsschlägen um.

Von Psychoonkologen erhielt sie die Empfehlung zur Teilnahme an einer SelbstHilfeGruppe. Sich mit Gleichbetroffenen über die Erfahrungen auszutauschen hilft der Seele. Seit vielen Jahren ist die Selbsthilfe von der Gesellschaft angenommen, wird vom Staat und den Krankenkassen gefördert. Derzeit nehmen in Deutschland rund 3 Millionen Menschen aus allen Altersgruppen in fast 100.000 SelbstHilfeGruppen an Gesprächen teil. Leider hat Sabine Holtmann aufgrund ihrer seltenen Tumorart (Pseudomyxoma peritonei – PMP) keine Gleichbetroffenen im Raum München finden. Eine SelbstHilfeGruppe gibt es in Deutschland nicht. Bedauerlich und kein Einzelfall!

Mit dieser ernüchternden Enttäuschung wuchs die Idee Selbsthilfe2.0. Aus ihrer beruflichen Erfahrung in einem IT-Konzern weiß Sabine Holtmann um die Möglichkeiten. In einer Zeit von Smartphones, Tablets, Internet usw. ist es normal sich digital zu vernetzen. Selbstverständlich gilt das auch für SelbstHilfeGruppen. Wenn die besonderen Anforderungen an die Privatsphäre und den Datenschutz gewährleistet ist, haben Alle den Zugang zum Austausch mit Gleichbetroffenen.

Es wird viel über Inklusion geredet. Barrierefreiheit endet nicht an der Rollstuhlrampe zum Eingang vom Rathaus. Barriere bedeutet, wenn es Menschen aufgrund physischer- oder psychischer Einschränkungen nicht möglich ist, am Austausch in einer SelbstHilfeGruppe teilzunehmen. Fast jeder zehnte Bundesbürger ist von einer Behinderung oder Einschränkung betroffen.

Diesen Menschen ist der Zugang zur Selbsthilfe bis heute zum Teil verschlossen. Das müsse sich ändern, sind die Gedanken von Sabine Holtmann, die ehrenamtlich als Vorstand im Behindertenbeirat im Landkreis München tätig war!

Mit einer kleinen Gruppe von Freunden, viel Austausch und Recherche in den sozialen Bereichen wurde 2018 die Idee der SelbstHilfeGruppen-Online e.V. geboren.

„Unter www.SHG-Online.com sind wir jetzt gestartet und online gegangen“, verrät der Ehemann Jörg Holtmann. Mit ConnectionBox werden die erhöhten Anforderungen an die Privatsphäre und den Datenschutz erfüllt. DSGVO-konform nach EU-Richtlinien läuft das System auf eigenen Servern in Deutschland.

Bis hierher ist die kleine engagierte Gruppe nebenberuflich und ehrenamtlich gekommen. Jetzt sucht der SelbstHilfeGruppen-Online e.V. Unterstützung. Es haben sich schon viele registriert und warten auf Gleichbetroffene zum Austausch. Der Verein sucht Interessierte, welche mit Kommentaren und Tipps helfen, die Module kostenlos zu testen, benötigt Anregungen, Tipps und Feedback.

Auch kleine Spenden sind Große Hilfen.

HERZLICHEN DANK

Beitrag von auf 27. August 2021. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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