Neues Museum widmet sich Jamunder Kultur

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Neues Museum in Jamno. Foto: Klaus Klöppel
 

Zwei neue strohgedeckte Fachwerkhäuser schmücken das Zentrum des kleinen Ortes Jamno (Jamund) unweit der polnischen Ostseeküste. Sie entstanden nach dem historischen Vorbild eines Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert und bilden den künftigen Sitz eines Museums der Jamunder Kultur (Zagroda Jamneńska). Die Arbeiten sollen nach Angaben des auf die Ostseeregion spezialisierten Reiseveranstalters Travel-Netto bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.
Der kleine Ort Jamno liegt am Südufer des gleichnamigen Sees, zwischen dem Ferienort Mielno (Großmöllen) und der Kreisstadt Koszalin (Köslin). In der Region mischten sich im Mittelalter slawische Einflüsse mit den Traditionen von deutschen, friesischen und vermutlich auch holländischen Siedlern. Lange Zeit lebte man in dem sumpfigen Gebiet weitgehend abgeschieden von der Außenwelt. Deshalb entwickelte sich dort eine eigene Jamunder Bauernkultur. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es üblich, innerhalb der eigenen Gruppe zu heiraten; noch bis nach dem Ersten Weltkrieg trug man im Alltag die traditionelle Jamunder Tracht. Charakteristisch dafür sind gestreifte Westen und Mieder in verschiedenen Rottönen.
Mit dem Bevölkerungsaustausch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet auch die Jamunder Kultur in Vergessenheit. Doch bereits seit den 1970er Jahren widmeten sich polnische Ethnographen diesen Traditionen. Das Regionalmuseum in Koszalin sammelte Exponate zur Jamunder Kultur, die zumeist aus dem 19. Jahrhundert stammen und dort seit 2001 in einer eigenen Ausstellung gezeigt werden. Einige der Exponate bilden den Kern einer neuen Dauerausstellung, die ab dem kommenden Jahr vor Ort in Jamno zu sehen sein werden. Diese werden ergänzt durch Leihgaben anderer Museen. Das in Jamno entstehende Heimatmuseum ist eine Zweigstelle des Museums in Koszalin.
In den beiden zweistöckigen Fachwerkgebäuden stehen insgesamt 500 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung. In dem rekonstruierten Wohnhaus wird eine multimediale Ausstellung zur Jamunder Kultur gezeigt. Besucher können diese beim Rundgang mit dem eigenen Smartphone oder einem Leih-Tablet erleben. Das benachbarte Wirtschaftsgebäude soll für Schulungen und Workshops genutzt werden. Ein nach alten Vorbildern gebauter Lehmbrennofen und ein Brotbackofen stehen dort für Kurse zur Verfügung. Außerdem gibt es einen kleinen Veranstaltungsraum. Durch ein ebenfalls strohbedecktes hölzernes Tor gelangen Besucher auf den großen Hof, der künftig für Veranstaltungen unter freiem Himmel genutzt werden soll. Den Auftakt bildet voraussichtlich der Ostermarkt 2019. Zudem entsteht eine mobile Applikation für Smartphones, der Besucher zu weiteren historischen Gebäuden im Ort führt.
Parallel zum Aufbau des neuen Museums, das ab kommendem Frühjahr für Besucher offenstehen soll, wurde auch die benachbarte Dorfkirche komplett erneuert. Die ältesten Teile des einschiffigen Gotteshauses stammen aus dem 14. Jahrhundert, später wurde sie im barocken Stil umgebaut und erweitert. Aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen die polychromen Deckenmalereien mit Motiven aus der Jamunder Kultur, die ebenfalls restauriert wurden. Die erneuerte Kirche ist zusammen mit dem neuen Museum ein neuer Anziehungspunkt für den kleinen Ort.
Jamno, heute ein Stadtteil von Koszalin, liegt etwas zehn Kilometer entfernt von dem Ferienort Mielno, der sich zwischen der Ostsee und dem Jamunder See erstreckt. Das Seebad verfügt über zahlreiche Hotels und Ferienanlagen. Erst kürzlich wurde direkt an der Promenade das neue Vier-Sterne-Wellnesshotel Baltivia mit 70 Zimmern eröffnet. Mehr zur Region bei Travel-Netto, www.travelnetto.de

Beitrag von auf 10. Dezember 2018. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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