NOZ: Donna Leon: „Ich würde nur noch mit kugelsicherer Weste nach Saudi-Arabien reisen“

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Donna Leon: „Ich würde nur noch mit
kugelsicherer Weste nach Saudi-Arabien reisen“

Die Bestsellerautorin hat als junge Frau in dem arabischen Land
gearbeitet: „Ich habe eine grenzenlose Abneigung gegenüber den
Männern in Saudi-Arabien“ – Mit zunehmendem Alter geht es der
74-Jährigen immer weniger um Besitz – Freundlichkeit als Motto

Osnabrück. Bestseller-Autorin Donna Leon hat keine guten
Erinnerungen an ihre Zeit als junge Lehrerin in Saudi-Arabien. Sie
würde niemals mehr in dieses Land reisen, sagte die 74-jährige
US-Amerikanerin im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Samstag), „außer mit schweren Waffen und einer kugelsicheren Weste
ausgestattet“. Das habe „nichts mit Arabern, nichts mit dem Islam
oder dem Nahen Osten zu tun“, sondern „nur etwas mit Saudi-Arabien“
sowie „damit, wie sie mich neun Monate lang dort behandelt haben.“
Die Saudis hätten sie wie „eine niedere Form von Leben, noch nicht
mal ein menschliches“ behandelt, sagte Leon, die als Studentin in den
1960er-Jahren nach Europa auswanderte. Aus diesem Grund empfinde
„eine grenzenlose Abneigung gegenüber den Männern in Saudi-Arabien“.
Sie sei von jedem Mann dort schlecht behandelt worden, „mit einer
Form von sexueller Aggressivität, dagegen wirkt Donald Trump noch wie
ein Franz von Assisi“. Ein Lebensmotto hat die in den USA geborene
und in der Schweiz und Italien lebende Erfinderin der Krimireihe um
den venezianischen Commissario Guido Brunetti zwar nicht, ein Zitat
des amerikanisch-britischen Schriftstellers Henry James (1843-1916)
findet sie jedoch inspirierend: „Auf die Frage, was er in seinem
langen Leben gelernt habe, antwortete Henry James: Freundlich zu
sein, freundlich zu sein und nochmals freundlich zu sein.“ Das sei
das Wunderschönste, was sie je als Lebensmotto gelesen habe.
Freundlich sein genüge, fügte Donna Leon hinzu: „Erfolg? Den kann man
dir nehmen. Man stirbt. Menschen hören auf, deine Bücher zu lesen,
sie hören dir nicht mehr zu. Wir verlieren alles, also warum sollten
wir nicht freundlich sein? Seid nett zu den Mitmenschen: Es kostet
nichts. Es ist keine Arbeit.“ Am Älterwerden schätzt die 74-Jährige,
dass man aufhört Gegenstände besitzen zu wollen. „Ab einem gewissen
Zeitpunkt im Leben bemerkst du: Ich besitze genug Sachen. Ich will
nicht mehr davon“, sagte sie. „Das ist, als ob man am Ende eines
Menüs sagt: Nein, danke. Ich möchte kein Dessert mehr. Ich bin satt.
Einen Kaffee vielleicht, aber kein Dessert, weil ich genug habe.
Diesen Punkt habe ich jetzt erreicht.“ Nur bei Musikaufnahmen macht
die Opernliebhaberin eine Ausnahme.

+++

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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Beitrag von auf 29. Oktober 2016. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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