Schlaganfallrisiko Vorhofflimmern / “An dieser Patientin ist alles typisch”

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In der Rettungsstelle des Vivantes Klinikums
Kaulsdorf in Berlin herrscht hektische Betriebsamkeit. Soeben wurde
ein Notfall eingeliefert. Die 72-jährige Martha B. ringt nach Luft,
ist kreidebleich und verängstigt. Sie habe seit Tagen starkes
Herzstolpern, Herzrasen und Atemnot, die Beschwerden seien immer
schlimmer geworden, erklärt sie den Mitarbeitern der Rettungsstelle.
Der Arzt lässt ein Elektrokardiogramm (EKG) anfertigen und erkennt
auf einen Blick: Die Patientin hat eine Herzrhythmusstörung, ein so
genanntes Vorhofflimmern. So wie ihr geht es rund 1,8 Millionen
Menschen in Deutschland, Tendenz steigend.

Vorhofflimmern ist häufig – und kann gefährlich werden

Herzrhythmusstörungen treten in verschiedenen Formen auf. Manche
sind völlig harmlos, andere können bedrohliche gesundheitliche
Konsequenzen haben. Vorhofflimmern ist die häufigste, gesundheitlich
relevante Form. Sie ist vor allem in der älteren Bevölkerung weit
verbreitet, tritt meist ab einem Alter von 65 Jahren auf(1) und ist
alles andere als harmlos. Vorhofflimmern erhöht das Risiko, einen
Schlaganfall zu erleiden, um das Fünffache.

Was die Erkrankung so gefährlich macht, erläutert Dr. Jens Uwe
Röhnisch, stellvertretender Chefarzt und Leiter des Fachbereichs
Kardiologie am Vivantes Klinikum Kaulsdorf, Berlin. “Durch den
unregelmäßigen Herzschlag kann sich der Blutfluss in den Vorhöfen
stark verlangsamen und so ein Blutgerinnsel entstehen. Für die
Patienten ist dies eine kritische Situation. Wird das Gerinnsel
nämlich mit dem Blutstrom in eine Gehirnarterie geschwemmt, blockiert
es dort die Durchblutung. Dann werden die Nervenzellen nicht mehr
ausreichend versorgt, nehmen Schaden oder sterben sogar vollständig
ab.” Mit anderen Worten: Es kommt zu einem Schlaganfall.

Aus diesem Grund erleiden Menschen mit Vorhofflimmern fünf Mal
häufiger einen Schlaganfall als Menschen ohne die
Herzrhythmusstörung.(2) Das Risiko steigt weiter, wenn Betroffene
zugleich Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen oder
Herzschwäche haben, schon einmal einen Schlaganfall in ihrer
Vergangenheit hatten oder älter als 65 Jahre sind.(2) Diese
zusätzlichen Risikofaktoren gehen in ein Bewertungssystem ein, mit
dessen Hilfe Ärzte das individuelle Schlaganfallrisiko bei
Vorhofflimmern abschätzen können, den so genannten
CHA2DS2-VASc-Score.(2) Martha B. hat neben dem Vorhofflimmern auch
einen erhöhten Blutdruck und eine schlecht eingestellte Diabetes
mellitus, ihr Schlaganfallrisiko ist damit deutlich erhöht. Für die
Ärzte heißt das, dass sie handeln müssen.

Im ersten Schritt geht es darum, den Herzrhythmus wieder zu
normalisieren. Ärzte bezeichnen diesen Prozess als Kardioversion und
setzen dazu Medikamente ein oder elektrische Impulse, die sie auf den
Herzmuskel übertragen. Aber auch wenn das Herz danach wieder im Takt
schlägt, kann das Vorhofflimmern jederzeit wiederkehren – bisweilen
sogar ohne dass es die Patienten bemerken. Es besteht daher auch nach
der Kardioversion ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, weswegen Patienten
langfristig eine medikamentöse Prophylaxe mit gerinnungshemmenden
Medikamenten, so genannten oralen Antikoagulanzien erhalten sollten.
Diese Medikamente setzen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab und
können so Blutgerinnseln und damit auch Schlaganfällen vorbeugen.

Schlaganfälle verhindern

Röhnisch rät Martha B. daher trotz erfolgreicher Kardioversion zu
einer oralen Antikoagulation. Die Patientin ist erleichtert über
diese Möglichkeit und willigt in die Therapie ein. Das ist jedoch
nicht immer so. Ärzte stoßen häufig auf Vorbehalte, wenn sie eine
Schlaganfall-Prophylaxe empfehlen. Neben der Frage, ob eine derartige
Maßnahme überhaupt notwendig ist, steht die Angst vor Blutungen an
oberster Stelle. Fakt ist: Das Schlaganfallrisiko durch
Vorhofflimmern und weitere Risikofaktoren ist hoch und wird durch
gerinnungshemmende Medikamente wirksam gesenkt.(3) Zwar erhöhen diese
Medikamente auch das Risiko für Blutungen, der Nutzen durch die
Schlaganfall-Prophylaxe überwiegt jedoch in den meisten Fällen, und
beides wird durch eine Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden
Arzt beurteilt.

Bei der Wahl des gerinnungshemmenden Präparats trifft der Arzt die
passende Entscheidung. In Erwägung gezogen werden zunehmend neue
Gerinnungshemmer, die gegenüber den bisher gebräuchlichen
Vitamin-K-Antagonisten (VKA) Vorteile aufweisen. Sie sind genauso
effektiv wie VKA(4) und ihre Wirkung lässt sich durch die Einnahme
einer festen Dosierung erzielen. Daher sind weder ein routinemäßiges
Gerinnungsmonitoring, noch ständige Dosisanpassungen wie bei VKA
erforderlich. Darüber hinaus haben die neuen Gerinnungshemmer keine
relevanten Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und nur wenige mit
anderen Medikamenten. Und das Risiko für Gehirnblutungen unter einer
Therapie mit den neuen Gerinnungshemmern ist geringer als unter einer
Therapie mit VKA.(4)

Röhnisch legt großen Wert darauf, dass seine Patienten diese
Zusammenhänge verstehen. Denn wer entsprechend informiert ist, ist
erfahrungsgemäß auch viel eher bereit, die Therapie mitzutragen und
den Empfehlungen des Arztes Folge zu leisten. Für Röhnisch ist dies
ein ganz wesentlicher Punkt: “Denn ein Medikament mag noch so gut
sein – wirken kann es nur, wenn es auch genommen wird.”

(1) Wilke T et al. Europace 2013;15(4): 486-493
(2) Camm AJ et al. European Heart Journal 2012: 33; 2719-2747
(3) Camm AJ et al. European Heart Journal 2010: 31; 2369-2429
(4) Ruff CT et al. Lancet 2014; 383: 955-62

Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf
den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen
Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen
nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und
eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien
der Nachhaltigkeit und handelt als “Corporate Citizen” sozial und
ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte der Konzern
mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 46,3 Milliarden Euro.
Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die
Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,3 Milliarden Euro. Diese
Zahlen schließen das Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen
ein, das am 6. Oktober 2015 als eigenständige Gesellschaft unter dem
Namen Covestro an die Börse gebracht wurde. Weitere Informationen
sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen
Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der
Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland. Mehr Informationen
zur Bayer Vital GmbH finden Sie unter: www.gesundheit.bayer.de

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Beitrag von auf 28. Oktober 2016. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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