Wandern auf dem Frankenweg

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Viele Menschen nutzen einen Wanderurlaub als hervorragende Möglichkeit, die herrliche Landschaft in einer erholsamen Geschwindigkeit zu erkunden, sich körperlich zu betätigen und um die kulinarischen Köstlichkeiten und die Gastfreundschaft der zum Teil sehr unterschiedlichen Kulturen zu erleben. Und genauso ist es richtig! Aber für manche Menschen ist eine Pilgerfahrt etwas Tiefgründigeres und Spirituelleres – die Gelegenheit auf den Spuren der mutigen, zukunftsweisenden Pilger zu wandeln, deren Spuren bis heute in der weiten, vernetzten Landschaft deutlich erkennbar sind.

Eine dieser Routen für wagemutige Wanderer ist der Frankenweg – die Strecke nach Rom. Weniger bekannt und weit weniger erschlossen als der berühmte Jakobsweg in Spanien, würde ein Wanderurlaub entlang des Frankenweges eine Wanderung von über 2000 km bedeuten. Deshalb wählen die meisten Wanderer einen Teilabschnitt für ihren Wanderurlaub aus. Entlang des Pfades verschwimmen die Grenzen zwischen einem langen Spaziergang und einer Pilgerfahrt sehr leicht.

Der Weg nach Rom

Die Route entstand, um die für das Christentum sehr wichtigen Städte Canterbury und Rom zu verbinden. Die Pilger traten die Reise aus der Stadt der Kathedrale an, um dem Heiligen Stuhl zu besuchen und den Grabstätten von St. Peter und St. Paul ihren Respekt zu erweisen. Der Pfad, der bis auf das 7. Jahrhundert zurückdatiert werden kann, wurde vom Erzbischof von Canterbury, Sigrich der Erste, zuerst als la Via Francigena erwähnt. Dieser reiste im Jahr 994 von Rom zurück nach Canterbury.

Im Mittelalter war der Frankenweg ein wichtiger Teil des Netzwerkes aus Wegen, die die heiligen Städte des Christentums Santiago, Jerusalem und Rom für Pilger miteinander verbanden. Ab Rom spaltete sich ein Teil des Pfades ab und bildete eine Route nach dem an der Ostküste von Italien gelegenen Apulien ab. Von dort aus konnten die Pilger über das Mittelmeer nach Jerusalem gelangen.

Der Frankenweg

Für moderne Wanderer, die den kompletten Weg wandern möchten, beginnt die Reise in Großbritannien in Canterbury hinunter nach Dover (bisher alles sehr flaches Terrain). Dann nehmen Sie die Fähre nach Calais, wo sie den Weg wiederaufnehmen und über Frankreich, die Schweiz, durch das Rhone-Tal, über die Alpen und das Aosta-Tal auf die herrliche italienische Halbinsel und schließlich nach Rom gelangen.

Der beliebteste Teil der Strecke für Urlauber ist der italienische Abschnitt, der hoch in den Alpen an der französisch-italienischen Grenze beginnt. Für Wanderer, die diese einzigartige Reise heute unternehmen, ist es sicherlich weitaus weniger beschwerlich als für ihre mittelalterlichen Vorgänger. Es kann bis zu drei Wochen dauern, die Route durch Italien zu bewandern. Dabei kommt der Wanderer vorbei an spektakulären Landschaften wie dem Bolsenasee und der Stadt Montefiascone.

Der Frankenweg ist breiter als der Jakobsweg und weitaus weniger von Touristen überfüllt. Der Nachteil davon ist natürlich, dass die Navigation schwieriger ist, da der Weg nicht so gut beschildert wurde und da es entlang des Weges weniger Unterkünfte gibt. Für viele Wanderer macht aber gerade das den Charme des Frankenweges aus. Da die einheimische Bevölkerung nicht so viel Kontakt mit Touristen hat, sind sie sehr neugierig, etwas über die Besucher zu erfahren, die auf den Pfaden ihrer Vorfahren wandeln.

Für abenteuerlustige Wanderer mit einem guten Paar Wanderschuhe kann eine Wanderung auf dem Frankenweg eine lebensverändernde Erfahrung und ein unvergesslicher Urlaub in einem sein!

Beitrag von auf 26. Oktober 2016. Abgelegt unter Urlaub & Reisen. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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