Wie viel darf ein Schlüsseldienst kosten?

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Verbraucher in Deutschland können sich anhand von Durchschnittspreisen und Empfehlungen, was Schlüsseldienste kosten dürfen, gut orientieren. Das Amtsgericht in Lingen setzte als Grundlage zur Berechnung üblicher Kosten fest, dass diese sich an der Preisempfehlung des Bundesverbandes Metall (BMV) orientieren sollten. Diese besagt, dass an Werktagen in ländlichen Gebieten zu normalen Geschäftszeiten eine Pauschale von 76 Euro zzgl. verhältnismäßig gering ausfallender Fahrtkosten berechnet werden sollte.

Doch auch in den Städten sieht dies nicht großartig anders aus. Kontaktiert man in der Hauptstadt einen Aufsperrdienst für ganz Berlin, sollte man hier nicht mehr als 100 Euro bezahlen. An Wochenende, Feiertagen oder in der Nacht sollte der Betrag bei einem seriösen Schlüsseldienst 150 Euro nicht übersteigen.

Eine Umfrage bei 600 deutschen Schlüsselnotdiensten hat ergeben, dass die Durchschnittspreise für das Öffnen von Türen, die lediglich ins Schloss gefallen sind, zwischen rund 60 und 80 Euro liegen. Dabei zeichnet sich auch ab, dass die Preise im Westen Deutschlands mit durchschnittlich 70 bis 80 Euro deutlich über den durchschnittlich 60 bis 70 Euro im Osten liegen. Nachts und an Sonn- und Feiertagen liegen die Preise zwischen ca. 150 und 80 Euro. Auch hier ist der Westen etwas teurer als der Osten, allerdings nicht so sehr wie tagsüber.

Vorsicht bei Betrugsversuchen!

Das Kuriose ist, dass viele Betroffene es eigentlich besser wissen. Doch in einer Notsituation kann der Verstand einmal aussetzen und schnell Hilfe bei jemandem gerufen werden, der die Situation schamlos ausnutzt um daraus Profit zu schöpfen. Stattdessen sollte immer die Ruhe bewahrt werden. Angebote und Preise können mit Leichtigkeit verglichen werden.

Es empfiehlt sich, auf Unternehmen mit normalen Telefonnummern zu setzen und kostenpflichtige 0900-Nummern zu meiden. Das Unternehmen sollte auf jeden Fall über eine Adresse im Branchenbuch verfügen und diese telefonisch auf Anfrage auch nennen.

Bereits beim Telefonat sollte neben einer genauen Schilderung des Problems auch ein Höchstpreis für die Dienstleistung besprochen werden, inklusive Anfahrtskosten und Stundensätze. Sollte der Schlüsseldienst eine Auskunft zum erwartenden Betrag verweigern, wird dringend von einer Beauftragung abgeraten. Generell sollte man immer auf die Einigung auf einen verbindlichen Komplettpreis inklusive Anfahrtskosten bestehen, bevor man den Auftrag bestätigt. Ebenso sollte darauf geachtet werden, ob der Anbieter sich richtigerweise nach Dokumenten erkundigt, die zweifelsfrei belegen, ob man tatsächlich in der betreffenden Wohnung lebt.

Zuschläge sollten genau geprüft werden. Außerhalb der üblichen Öffnungszeiten dürfen, so gesetzlich vorgeschrieben, keine Sofort- oder Bereitstellungszuschläge sowie Spezialwerkzeugkosten veranschlagt werden.

Einträge auf Seite 1 des Branchenbuchs, deren Firmennamen aus alphabetischen und werbungstechnischen Gründen mit „AAA“ beginnen, sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Beliebt bei unseriösen Anbietern ist auch die Nötigung, die in Deutschland übrigens strafbar ist. Dies geschieht meist in Form der Androhung, die Tür wieder zuzuschließen, wenn man sich weigert, zu zahlen. In solchen Fällen sollte umgehend die Polizei gerufen werden.

Beitrag von auf 6. März 2020. Abgelegt unter Haus & Garten. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Antworten geschlossen, Trackback ist möglich.



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