Krankenhausschließungen und ihre Auswirkung auf den Pflegeimmobilienmarkt

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Wenngleich die Forderung nach immer mehr Krankenhausschließungen zunehmend stärker in den Fokus von Diskussionsrunden tritt und nicht zuletzt landauf und landab wahrer Zündstoff für heiße Auseinandersetzungen ist, sollte man diese Thematik nicht nur einseitig betrachten. Was nämlich den einen zunächst irritiert und möglicherweise auch wütend macht, kann sich beim nächsten bereits wieder als sehr vorteilhaft etablieren.

Es ist sicher nicht schön, wenn das naheliegende Krankenhaus schließen muss, weil es schlicht und ergreifend völlig unrentabel ist und ohnehin nicht alle notwendigen Leistungen anbieten kann. Nicht selten existieren überall dort Krankenhäuser, wo mindestens 50.000 Einwohner leben, eine Facharztbehandlung in manchen Bereichen jedoch nicht möglich ist. Daraus folgt fast täglich, der Krankentransport in weiter entfernte Kliniken. Nicht selten werden zudem in den ländlichen Regionen die Krankhäuser vor Ort regelrecht mit Bagatellerkrankungen überflutet, weil das regionale Netz der hausärztlichen Grundversorgung schlecht oder gar nicht existent ist. Das hier eine Zusammenfassung in größeren Kliniken und mit speziellen Leistungskatalogen gefordert wird, ist aus wirtschaftlicher Sicht durchaus nachzuvollziehen.

Auf der anderen Seite wird der demografische Wandel vor allem in diesen ländlichen Gebieten sehr viel schneller und deutlicher spürbar. Nicht zuletzt deswegen, weil die jüngere Generation aus beruflichen Gründen oftmals in die unmittelbare Nähe zu den Großstädten verzogen ist. Doch hier stellt sich die Frage: Investiert man besser in den Neubau von Pflegeimmobilien oder nutzt man Bestandsimmobilien, um den stetig steigenden Bedarf an Pflegeplätzen langfristig abzudecken?

Ein Umdenken wird in diesem Bereich schon seit längerem gefordert, indes wirklich umgedacht haben bisher nur die wenigsten. Da brauchte es wohl erst die neue Bertelsmann-Studie, um ins Bewusstsein zu rücken, was längst überfällig ist: In Deutschland werden bis 2030 etwa 320.000 zusätzliche Pflegeheimplätze benötigt, was umgerechnet den Neubau von circa 4000 Pflegeheimen entspricht. Bauvorhaben, die ebenfalls finanziert werden müssen. Setzt man das in Relation zu immer unrentabler werdenden kleinen Krankenhäusern, stellt sich die Frage, warum noch niemand früher auf die Idee gekommen ist, Bestandsimmobilien in benötigte Pflegeimmobilien umzuwandeln. Man darf durchaus gespannt sein, welche Möglichkeiten sich in absehbarer Zeit für den Pflegeimmobilienmarkt aus den neuen Denkansätzen ergeben wird. Eines scheint dabei jedoch schon heute unabänderlich: Wer den Menschen im Fokus hat, sollte immer auch den Mensch als Ausgangspunkt für alle Überlegungen und Projektplanungen nehmen.

Beitrag von auf 24. Februar 2020. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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