Mobile oder stationäre Pflege – Wann ist welche Variante sinnvoll?

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Die ambulante Pflege ist eine feste und nicht wegzudenkende Größe in der Versorgung von Pflegebedürftigen. Sie ermöglicht Pflege im häuslichen, privaten Umfeld und auf diesem Wege die professionelle Unterstützung von Angehörigen, die sich diesbezüglich bemühen. Eingedenk des demographischen Wandels wird die ambulante Pflege, gerade mit Blick auf die Versorgung von alten Menschen, die längst nicht immer jemanden um sich haben, immer wichtiger.

Generell ist es immer wünschenswert, dass ein pflegebedürftiger Mensch möglichst lange – vielleicht gar bis zuletzt – zu Hause, im vertrauten Umfeld, bleiben kann. Hinsichtlich der modernen Kommunikationsmöglichkeiten und nicht zuletzt auch mit Blick auf die medizinischen Ressourcen, die mittlerweile durchaus auch im heimischen Bereich eingesetzt werden können, ist dies oft auch möglich. Jedoch gibt es Fälle, in denen ambulante Pflege an ihre Grenzen stößt und eine stationäre Betreuung unumgänglich wird. Diese Grenzen sind in aller Regel entweder sozial oder medizinisch bedingt.

Soziale Grenzen der häuslichen Pflege

In der Praxis sind es meist die sozialen Grenzen der häuslichen Pflege, die einen Gang in ein entsprechendes Heim, in betreutes Wohnen oder vergleichbare Einrichtungen notwendig machen. Wo diese sozialen Grenzen liegen, hängt ganz entschieden von den individuellen Rahmenbedingungen vom Patient bzw. der Patientin ab. Wie hoch ist der Pflegebedarf? Liegt noch eine gewisse Eigenständigkeit vor? Wenn ja, in welchem Umfang? Liegen geistige Einschränkungen (wie bspw. im Falle einer Demenz) vor, welche die Zurechnungsfähigkeit herabsetzen und die Aufsichtspflicht erhöhen? Je nach Krankheitsbild und Grundlage der Pflegebedürftigkeit können hier alle möglichen Konstellationen vorliegen, die eine Pflege zu Hause erleichtern oder erschweren können. Vor allem aber hängt es am Umfeld. Denn wir leben in Zeiten, in denen der traditionelle Familienverbund, der unter einem Dach lebt, vielerorts nicht mehr gegeben ist.

Gerade für viele alte Menschen ist es heute ganz normal, dass sie alleine wohnen. Vor einigen Jahrzehnten war das noch grundsätzlich anders. Da waren Oma und Opa fest im Familienverbund integriert und es gehörte zum familiären Selbstverständnis, dass sie möglichst auch zu Hause alt werden können. Dieses familiär-soziale Netz liegt heute leider oft nicht mehr vor. Eingedenk dessen kommt es darauf an, inwieweit Angehörige (oder teilweise auch Bekannte) zur Verfügung stehen, die fähig und willens sind, hier Unterstützung zu bieten.

Gerade in Großstädten sind die Angebote an mobilen Pflegediensten hoch: Egal ob ambulanter Pflegedienst Frankfurt, Berlin, München oder Hamburg: Solange Betroffene noch eigenständig und zurechnungsfähig genug sind, können sie mit der Unterstützung solche mobilen Dienstleister durchaus noch ihr Leben bestreiten. Doch spätestens wenn der Pflegebedarf eine entsprechend engmaschige Aufsicht notwendig macht, die das soziale Umfeld nicht mehr hergibt, bleibt oft nur noch der Gang in die stationäre Pflege.

Medizinischen Grenzen der häuslichen Pflege

Medizinisch liegen die Grenzen der ambulanten bzw. häuslichen Pflege genau dort, wo sie auch die meisten Laien wohl intuitiv vermuten würden: Sobald ein Patient/eine Patientin intensivmedizinische Beaufsichtigung und Hilfe benötigt, ist dies im häuslichen Bereich typischerweise nicht zu leisten. Intensivmedizinische Aufsichtspflicht liegt dann vor, wenn der Zustand so kritisch ist, dass rund um die Uhr eine medizinische Überwachung gegeben sein muss – um bei weiteren Komplikationen direkt und mit den gebotenen Mitteln eingreifen zu können.

Ein entsprechendes Umfeld (Anwesenheit von Fachärzten und Intensiv-Pflegekräften, medizinische Ressourcen, zum Teil sehr aufwändiges, technisches Monitoring usw.) lässt sich zu Hause nicht gewährleisten. Insbesondere dann nicht, wenn Komplikationen denkbar wären, die einen möglichst schnellen operativen Eingriff notwendig machen würden.

Beitrag von auf 17. März 2021. Abgelegt unter Allgemein. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Antworten geschlossen, Trackback ist möglich.



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