Schäuble kontert Varoufakis: „Er war selbst für einen Grexit.“

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Der Bundesfinanzminister äußert sich in einer
SWR-Dokumentation auch zu Gewissenskonflikten als Regierungsmitglied:
„Man ist nicht gezwungen, gegen seinen Willen Minister zu sein.
„Schäuble – Macht und Ohnmacht“ am 24. August 2015, um 21.30 Uhr im
Ersten

Yanis Varoufakis hat in den letzten Wochen mehrfach öffentlich
über Wolfgang Schäuble gesprochen. Der zurückgetretene griechische
Finanzminister beschreibt Schäuble als skrupellosen Politiker, der
Griechenland aus der Eurozone drängen wollte. Jetzt äußert sich
Wolfgang Schäuble selbst. In der SWR-Dokumentation „Schäuble – Macht
und Ohnmacht“ des Dokumentarfilmers Stephan Lamby sagt der
Bundesfinanzminister über Yanis Varoufakis: „Er hat ja auch gesagt,
dass es besser wäre, Griechenland würde aus dem Euro ausscheiden.“
Das Auftreten von Varoufakis in der Eurogruppe beschreibt Wolfgang
Schäuble wenig schmeichelhaft: „Wir haben nie in der Erwartung
gesprochen, dass der eine das einseitig öffentlich austrägt. Aber wir
waren in der Eurozone bisher auch nicht gewohnt, dass einer unsere
vertraulichen Unterredungen auf seinem Aufzeichnungsgerät
aufzeichnet. Er hat ein bisschen neue Sitten eingeführt.“ Und weiter:
„Das ist alles ein anderer Maßstab von Seriosität als der meine.“ Das
Erste zeigt die SWR-Dokumentation am 24. August um 21.30 Uhr.

Auch Yanis Varoufakis kommt in der SWR-Dokumentation über Schäuble
zu Wort: „Irgendwann haben wir herausgefunden, dass Wolfgang Schäuble
von der Bundeskanzlerin kein Mandat für seinen Grexit-Plan hatte. Ich
habe ihn damit konfrontiert und gesagt: Wolfgang, Du hast kein Mandat
dafür.“ Varoufakis gibt ein weiteres Gespräch mit Wolfgang Schäuble
so wieder: „Ich habe ihm gesagt, wenn Du Griechenland (von Europa)
amputierst, wirst Du auf unserem Kontinent Zentrifugalkräfte
entfachen, zerstörerische, dunkle Kräfte. Und Du wirst sie nicht
unter Kontrolle halten können – wie Dr. Frankenstein.“

Von Autor Stephan Lamby auf Gewissenskonflikte während der
Griechenlandverhandlungen und Rücktrittsüberlegungen angesprochen
antwortet Bundesfinanzminister Schäuble: „Natürlich muss man in einer
Regierung zu einer gemeinsamen Position kommen. Und wenn man nicht zu
einer gemeinsamen Position kommt, dann ist klar, dass der
Regierungschef – oder die Bundeskanzlerin – dann halt gilt. Und wenn
ein Minister das nicht will, dann ist es wiederum so, dass man gegen
seinen eigenen Willen nicht gezwungen ist, Minister zu sein.“

„Schäuble – Macht und Ohnmacht“, SWR-Dokumentation von Stephan
Lamby, am 24. August 2015 um 21.30 Uhr im Ersten.

Zitate frei bei Quellenangabe SWR.

Fotos unter ARD-foto.de. Akkreditierte Journalisten können den
Film ab 18. August unter presse.daserste.de und im SWR-Presseportal
unter presseportal.SWR.de ansehen ++ Bei Interesse können
Journalisten den Film auch als Downloadlink anfordern Pressekontakt:
Bruno Geiler, Tel. 07221 929-23273, bruno.geiler@swr.de

Beitrag von auf 17. August 2015. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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