Smarte Krebsmedizin: Mehr Patient:innen noch besser behandeln – geht das? / Universitätsklinikum Freiburg und Roche kooperieren

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Medizinische Instrumente liegen auf einem Rollwagen aus Metall, Aufnahmen auf blauem Röntgenfilm klemmen vor flachen Lampen an der Wand. Papierstapel mit Befunden und Laborergebnissen liegen in gelben Pappheftern auf einem Schreibtisch, ein paar Stockwerke tiefer blickt ein Pathologe durch ein Mikroskop auf etwas, das Teil eines Tumors sein könnte. In unserer Vorstellung findet die Krebsmedizin meist analog statt. Ordner mit Zahlen, Tabellen, Röntgenbilder und handgeschriebene Notizen entscheiden über die Therapie. Ein großer Irrtum, denn kaum ein Therapiegebiet ist so datengetrieben, wie die Onkologie. Deren stärkere Vernetzung und systematische Auswertung könnte die Versorgung von Menschen mit Krebs zukünftig weiter verbessern und der Krebsforschung einen erheblichen Schub geben. Das Universitätsklinikum Freiburg und Roche arbeiten zu diesem Zweck nun zusammen und schaffen einen gemeinsamen Datenraum.

Auf dem Monitor des Computertomographen ist der Tumor deutlich zu sehen: Weiß abgegrenzt erscheint die annähernd runde Struktur im Bild. Präzise visiert die Ärztin über den Monitor den Tumor an, um mit einer feinen Hohlnadel eine winzige Probe zu entnehmen. Die schmerz- und risikoarme Prozedur ist entscheidend, denn deren Ergebnisse können die Therapie und die Prognose des Patienten erheblich beeinflussen. Im Labor wird das entnommene Gewebe genauestens untersucht – eine immer größere Rolle spielt hier die molekulargenetische Analyse des Tumorgewebes. Mittels des sogenannten Next Generation Sequencings (NGS) wird dabei das Erbgut des Tumors umfassend auf genetische Veränderungen analysiert, die dafür verantwortlich sein können, dass sich die Zellen unkontrolliert teilen und damit zu Krebszellen werden. Diese Ergebnisse sind für die Patient:innen von großer Bedeutung, denn für einige Veränderungen stehen zielgerichtete Therapien zur Verfügung, die die Chance auf eine wirksamere und verträglichere Behandlung bieten können, als etwa die klassischen Chemotherapien.

„Über die Therapie entscheidet heute an Spitzenzentren wie dem Universitätsklinikum Freiburg oft nicht mehr ein Arzt oder eine Ärztin allein. Insbesondere schwierige Fälle werden in einem interdisziplinär besetzten Molekularen Tumorboard (MTB) diskutiert“, erläutert Prof. Dr. Dr. Melanie Börries, Leiterin des Instituts für Medizinische Bioinformatik und Systemmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Hier laufen alle Informationen zusammen, deren Interpretation ist dabei alles andere als einfach. Die Kapazitäten sind begrenzt, denn die dazu notwendigen Kompetenzen kann nicht jede Klinik und jedes Krankenhaus vorhalten.

Tests und molekulare Tumorboards: Smarte Behandlung für mehr Patient:innen?

Bislang basiert sowohl die Entscheidung, ob ein umfassender molekularer Tumortest in Frage kommt als auch die Behandlungsempfehlung des MTB allein auf der Erfahrung der beteiligten Ärzt:innen und Expert:innen. „Die Analyse von Daten aus vorangegangenen Patientenfällen bietet uns die Chance, die Entscheidungsfindung der Ärztinnen und Ärzte zu unterstützen“, erläutert Dr. Katja Janssen, Personalised Healthcare Implementation Lead, Roche Pharma AG. „Denn hinter jedem Datenpunkt stehen Entscheidungen, aus denen wir lernen können: Erfolge, die sich wiederholen lassen und Misserfolge, die wir vermeiden könnten“, ergänzt Janssen.

Perspektivisch sollen deshalb Möglichkeiten erarbeitet werden, um mit Hilfe von Daten aus dem Praxisalltag des Universitätsklinikums Entscheidungsprozesse im MTB besser zu verstehen und zu vereinfachen. So könnten sich zum Beispiel Kapazitäten schaffen lassen, damit zukünftig mehr Patient:innen von der Expertise eines MTB oder einer umfassenden Tumortestung profitieren können. „Wir können bislang noch nicht allen Patientinnen und Patienten eine umfassende NGS-Testung anbieten, wir können auch nicht jeden Fall im Molekularen Tumorboard vorstellen. Beides ist bei fast 500.000 Krebspatientinnen und -patienten in Deutschland oftmals eine Ressourcenfrage“ erläutert Börries. „Wir können aus diesen Fällen aber lernen und mit diesem Wissen datenbasierte Lösungen entwickeln, die zukünftig dazu beitragen könnten, dass mehr Patientinnen und Patienten passgenaue Diagnostik und Behandlungsempfehlungen erhalten“, so Börries weiter zum Fernziel der Kooperation.

Dazu wollen das Universitätsklinikum Freiburg und Roche einen gemeinsamen Datenraum schaffen. Am Universitätsklinikum selbst soll dazu im Rahmen der Kooperation die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um vor Ort zusammenarbeiten zu können. Im ersten Schritt werden nun ein geeigneter Datensatz identifiziert, ein Datenschutzkonzept erarbeitet und die Voraussetzungen für die Einrichtung und Nutzung eines gemeinsamen Datenraums geschaffen.

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Beitrag von auf 2. September 2021. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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