Zu Gast im Dschungel: Guyanas indigene Bevölkerung profitiert zunehmend vom Öko-Tourismus

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Bieten Gästen Einblick in ihr tägliches Leben: Mitglieder indigener Bevlkerungsgruppen Guyanas (Foto
 

„Community Led and Owned Tourism“ nennt sich das Konzept, das in abgelegenen Dörfern für Arbeitsplätze und Erlöse aus dem Fremdenverkehr sorgt. Für eine Reihe der jenseits der wenigen größeren Städte des Landes lebenden Menschen der indigenen Bevölkerungsgruppen stellt der Öko-Tourismus inzwischen eine wichtige Finanzierungsquelle dar. Aus dieser speisen sich lokale Infrastrukturmaßnahmen ebenso wie Investments in Bildung, Gesundheit und Kulturerhalt. Wichtig dabei: Die Communities entscheiden selbst, wie stark und mit welchen Angeboten sie sich in dem für sie neuen Wirtschaftssegment engagieren.

Eines der jüngsten Beispiele ist das Dorf Moraikobai mit seinen rund 900 Einwohnern. Besucher erreichen es von Georgetown aus im Rahmen eines ausgedehnten Tagesausflugs. Dabei geht es per Boot während einer rund zweieinhalb Stunden dauernden Fahrt auf dem Mahaicony River in Richtung Süden. Hier ist bereits der Weg das Ziel, schließlich gewinnt man entlang des sich windenden Flusslaufes einen ersten Einblick in die vielfältige und faszinierende Tierwelt des Landes.

Im Dorf selbst können die Gäste u.a. in Geschichte und Kultur der Siedlung eintauchen. Da English die offizielle Landessprache Guyanas ist, gibt es beim Kontakt mit den Bewohnern keine größeren Sprachbarrieren. Ein großer Vorteil, wenn Einheimische über die Historie von Moraikobai sprechen, lokale Handwerkskunst präsentieren oder die Herstellung von Maniokbrot vorführen.

Schon bald soll es auch Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen geben, die ihr Moraikobai-Erlebnis über einen Tag hinaus ausdehnen möchten.

Wer „Community Led Tourism“ in Guyana erleben und unterstützen möchte, der muss mittlerweile aber nicht zwingend den Weg in Richtung Süden einschlagen. Nur 130 Pistenkilometer und eine aufregende Schnellbootfahrt auf dem Pomeroon River entfernt liegt nordöstlich von Georgetown mit Wakapoa ein Arawak-Dorf, das sich ebenfalls langsam dem nachhaltigen Tourismus öffnen will, ohne seine Traditionen zu opfern.

Zu Letzteren gehört zweifelsohne auch die eigene Stammessprache, um deren Erhalt und Pflege man sich besonders bemüht. In ihr werden auch die alten Sagen überliefert, die von Fabelwesen berichten, die die Zugänge zu dieser Region und damit deren Bewohner vor Eindringlingen schützten.

Das ist heutzutage nicht mehr notwendig. Selbst wenn das Land bemüht ist, auch diese Seite Guyanas zu zeigen, wird sorgsam darauf geachtet, dass die Zahl der Gäste in den indigenen Gemeinden überschaubar und das Ziel eines ökologisch orientierten Tourismus im Fokus bleibt.

So stehen dann auch historische Bräuche und Arbeiten wie der traditionelle Bootsbau oder die vielfältige Verarbeitung von Maniok im Zentrum der ein- oder zweitägigen Touren nach Wakapoa. Gäste können dabei im Rahmen von Workshops selbst Hand anlegen oder den Locals bei ihrer Arbeit zuschauen. Viel zu sehen gibt es auch bei Ausflügen in die urwüchsige Natur dieses Landstrichs, der mit einer Vielzahl an Inseln und einer beeindruckenden Fauna punktet.

Beitrag von auf 17. Juni 2020. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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